Bis zu den ersten Ligaspielen der kommenden Saison müssen sich die Fans des europäischen Klubfußballs zwar noch etwas gedulden, in Sachen Transfers konnten einige Klubs jedoch bereits ​mit einigen spektakulären Deals aufwarten. Andere Vereine hingegen, und um die soll es in diesem Beitrag gehen, haben noch deutlich Luft nach oben.


Bayern München

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​Der ​FC Bayern München hat sich in diesem Transfersommer zwar in der Defensive bereits mit den beiden französischen Weltmeistern Lucas Hernandez und Benjamin Pavard verstärkt und dabei insgesamt 115 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Im Gegenzug ließen die Münchner mit Mats Hummels aber auch überraschend einen Leistungsträger der vergangenen Rückrunde ausgerechnet in Richtung BVB ziehen.


Kritisch beäugt werden die Transferaktivitäten des Rekordmeisters darüberhinaus aufgrund der vollmundigen Aussagen von Klubpräsident UIi Hoeneß, der gleich mehrere weitere Deals in Aussicht gestellt hatte. Im Tauziehen um Nationalspieler Leroy Sane müssen die Bayern aber weiterhin viel Geduld aufbringen. Weitere Wunschspieler wie etwa Rodri, ehemals Atletico Madrid, haben sich bereits für einen anderen Klub entschieden.


Transferausgaben: 118 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de)


FC Arsenal

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Während zahlreiche Konkurrenten aus der Premier League auch in diesem Transfersommer ihre Geldschatulle bereits weit geöffnet haben, hat sich bei den Gunners in den vergangenen Monaten so gut wie gar nichts getan. Das Transferbudget für diese Transferperiode soll dem Vernehmen nach bei lediglich rund 45 Millionen Pfund liegen.


Die Suche nach potenziellen Verstärkungen gestaltet sich für den Hauptstadtklub daher bislang äußerst kompliziert. So wurden die Londoner zwar bei zahlreichen Transfergerüchten mit in den Topf geworfen, den endgültigen Zuschlag erhielten schlussendlich aber stets andere. Einziger Neuzugang ist daher - Stand jetzt - das bislang in Europa noch völlig unbekannte Sturmtalent Gabriel Martinelli, welches für rund sieben Millionen Euro aus seinem Heimatland Brasilien nach London wechselt.


Transferausgaben: 6,7 Millionen Euro 


Manchester United

Paul Pogba

​Manchester United will in der kommenden Spielzeit sowohl national als auch international wieder voll durchstarten. Dabei scheuten die Red Devils zuletzt nicht davor zurück, für das zugegebenermaßen große Defensivtalent Aaron Wan-Bissaka, zuletzt in Diensten von Crystal Palace, sage und schreibe 55 Millionen Euro locker zu machen. Auch bei der Verpflichtung von Linksaußen Daniel James, der von Zweitligist Swansea City losgeeist wurde, zeigte sich in United in Spendierlaune und überwies satte 17 Millionen Euro.


Ob bei den beiden Transfers das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, darf zumindest angezweifelt werden. Ähnliche Vorwürfe muss sich United-Star Paul Pogba bereits seit geraumer Zeit anhören und kokettiert daher seit Monaten mit einem Wechsel. Eine klare Entscheidung in dieser Personalie würde der Stimmungslage rund ums Old Trafford mit Sicherheit gut tun.


Transferausgaben: 72 Millionen Euro


Paris Saint-Germain

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Mit Adrien Rabiot konnte Paris Saint-Germain zwar unlängst einen ständigen Unruhestifter an Juventus Turin abgeben, da der Sechser aber ablösefrei in die Serie A wechselt, ist dieser Deal nicht wirklich Balsam für die angespannte Vereinsseele. Verursacher der getrübten Stimmung in Paris ist dabei, wie sollte es auch anders sein, wieder einmal Neymar, der unbedingt zurück nach Barcelona wechseln möchte und zuletzt sogar das Training der Pariser boykottierte.


Zu allem Überfluss plagt sich der französische Serienmeister mit den Auflagen des Financial Fairplay herum und ist spätestens nach der Verpflichtung von Pablo Sarabia - für 18 Millionen Euro vom FC Sevilla - darauf angewiesen, in Bälde weitere Spieler gewinnbringend abzugeben.


Transferausgaben: 18 Millionen Euro


SV Werder Bremen

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Mit Max Kruse mussten die Bremer die Galionsfigur der letzten Jahre ablösefrei in Richtung Fenerbahce Istanbul ziehen lassen. Einen echten Ersatz für den ehemaligen Nationalspieler zu finden ist extrem schwierig und daher wollen die Bremer die Offensivlast auf mehrere Schultern verteilen. Mit Niclas Füllkrug konnte man bislang aber nur eine echte Verstärkung für den Angriff verpflichten. Riskante Voraussetzungen, zumal der ehemalige Hannoveraner aufgrund eines Knorpelschadens weite Teile der Vorsaison verpasst hat und als verletzungsanfällig gilt.


Als zusätzlichen Neuzugang für die Offensive hatten die Werderaner zuletzt dem Vernehmen nach ​auf Michael Gregoritsch gehofft. Sportdirektor Frank Baumann erläuterte nun aber, dass der Angreifer des FC Augsburg zu teuer ist. Marko Grujic, der ebenfalls als Wunschkandidat der Hanseaten galt, hat sich für einen Verbleib bei seinem Leihklub Hertha BSC entschieden.


Transferausgaben: 10 Millionen Euro


TSG 1899 Hoffenheim

Kerem Demirbay
Auf die TSG 1899 Hoffenheim kommt in der kommenden Saison die schwierige Aufgabe zu, ohne den in Richtung Leipzig abgewanderten Cheftrainer Julian Nagelsmann auskommen zu müssen. Zu allem Überfluss muss dessen Nachfolger Alfred Schreuder ​ohne zwei echte Leistungsträger der vergangenen Jahre auskommen. Kerem Demirbay wurde für 32 Millionen Euro an Bayer 04 Leverkusen abgegeben und Nationalspieler Nico Schulz heuerte bei Borussia Dortmund an.

Als Ersatz konnten die Kraichgauer bislang jedoch mit keiner prominenten Lösung aufwarten. Der von Augsburg verpflichtete Außenverteidiger Konstantinos Stafylidis ist zwar ein gestandener Bundesligaspieler, im Vergleich zu Schulz ist er aber definitiv ein Downgrade. Nicht ohne Risiko ist darüberhinaus die Verpflichtung von Flügelflitzer Ihlas Bebou, da der ehemalige Hannoveraner nicht nur wegen seines starken Antritts, sondern auch durch seine Verletzungsanfälligkeit aufgefallen war.

Transferausgaben: 10 Millionen Euro