Die Kaderplaner von ​Eintracht Frankfurt haben derzeit alle Hände voll zu tun und werkeln mit Nachdruck daran, auch für die kommende Saison eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen. Da sich die angedachten Verpflichtungen von Kevin Trapp und Martin Hinteregger aber weiter in die Länge ziehen, fahren die Adler längst zweigleisig und haben einen Backup-Plan ausgearbeitet.​


In den vergangenen Wochen verging kaum ein Tag, an dem von keiner neuen Wasserstandsmeldung im Zuge des Tauziehens um Martin Hinteregger zu lesen war. Der 26-jährige Innenverteidiger benötigte nur wenige Monate, um sich für die Frankfurter nahezu unverzichtbar zu machen und wurde, nachdem seine Leihe im späten Januar eingetütet worden war, in der Rückrunde bei der Eintracht in 21 Pflichtspielen eingesetzt.

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Martin Hinteregger will unbedingt zurück zur Eintracht



Zuvor hatte sich der Österreicher bei seinem Stammverein ​FC Augsburg öffentlich gegen den damals noch handelnden Cheftrainer Manuel Baum positioniert und sich somit eine Suspendierung eingehandelt. Obwohl das Tischtuch zwischen dem Defensivspieler und den Fuggerstädtern seitdem zerschnitten ist, wollen die Augsburger den begehrten Abwehrspieler nicht für ein Butterbrot ziehen lassen. Vielmehr pochen die bayrischen Schwaben weiterhin auf eine Ablösesumme, die über der aktuell festgelegten Schmerzgrenze der Frankfurter liegt.


Auch Anton wäre nicht günstig 


Sich einzig und allein darauf zu verlassen, dass man in den kommenden Tagen und Wochen noch eine Einigung erzielen kann, wäre daher töricht. Wie die BILD berichtet, denken die Eintracht-Verantwortlichen daher über einen anderen Defensivspieler nach. Die Rede ist von Waldemar Anton. Der Ex-Kapitän von Hannover 96 wurde schon mehrfach mit den Hessen in Verbindung gebracht, nun sollen die Adler dem Bericht zufolge die Fährte wieder aufgenommen und Kontakt zu Anton hergestellt haben.


Dumm nur, dass auch die Hannoveraner ihren Führungsspieler nicht für lau ziehen lassen wollen und ebenfalls eine Summe von nicht weniger als zehn Millionen Euro fordern. Erst kürzlich hatte der neue Sportdirektor des Absteigers, Jan Schlaudraff, zudem laut der BILD zu Protokoll gegeben, dass man bei den Niedersachsen derzeit "zu 100 Prozent" mit dem 22-jährigen Verteidiger plane. Auch der deutsche U21-Bundestrainer, Stefan Kuntz, äußerte sich bereits zu den Wechselgerüchten rund um seinen Schützling und betonte dabei die Bedeutung von regelmäßigen Einsätzen auf "möglichst hohem Niveau". 

Kevin Trapp

Kevin Trapp ist auch als Führungsspieler gefragt



Doch nicht nur Hinteregger beschert ​SGE-Sportvorstand Fredi Bobic und seinen Mitarbeitern derzeit schlaflose Nächte. Auch die ​bisherige Nummer Eins, Kevin Trapp, ist in Frankfurt ein leidiges Dauerthema. Der 29-jährige Torhüter war in der Vorsaison auf Leihbasis von Paris Saint-Germain zu seiner alten Liebe zurückgekehrt und wusste zu überzeugen. Mittlerweile weilt der Schlussmann aber wieder in der französischen Hauptstadt und erhielt noch keine Freigabe für einen Wechsel.


Kommt Trapp, dann geht Rönnow


Da die Frankfurter aber noch immer auf einen Transfer des dreifachen deutschen Nationalspielers hoffen, befindet sich automatisch auch dessen bisheriger Ersatzmann Frederik Rönnow in einem unbequemen Wartestand. Gegenüber dem Boulevardblatt zeigte sich der 26-Jährige zwar demonstrativ selbstbewusst und erklärte, dass er nun erst einmal die Nummer Eins sei. Im gleichen Atemzug ordnete er seine Situation aber dennoch nüchtern ein: "Ich weiß, wenn Kevin zurückkommt, dann wird er auch spielen. Aber erst, wenn das passieren sollte, haben wir eine neue Situation."


Sollte Trapp tatsächlich erneut den Weg nach Frankfurt finden, dürfte Rönnow jedoch auf einen vorzeitigen Abgang von der Eintracht pochen. Eine weitere Spielzeit auf der Reservebank ist mit dem Anspruch des dänischen Nationalkeepers nicht vereinbar.