Erstmals seit seiner Amtsübernahme als neuer Sportchef bei ​Hannover 96 hat Jan Schlaudraff dem Sportbuzzer ein Interview gegeben und sich zu den weiteren Kaderplanungen bei den Niedersachsen geäußert. Demnach soll Waldemar Anton beim Zweitligisten bleiben und es sollen noch weitere Spieler zum Kader hinzustoßen.


Drei Monate hatte Jan Schlaudraff geschwiegen. Nun aber hat er sein Schweigen gebrochen und sich erstmals den Fragen der Medien gestellt. Warum er zuvor drei Monate kein Wort über seine Arbeit verlieren wollte, begründete der neue Sportchef von Hannover 96 folgend: "Wichtig war, dass wir erst einmal im Hintergrund viele Dinge auf den Weg bringen. Nach dem etwas größeren Umbruch, der vollzogen werden sollte und musste, wollte ich keine Wasserstandsmeldungen abgeben. Für den Verein und mich war es eine gute Wahl, das so zu machen. Es ist nicht wichtig, groß zu reden oder Werbung für sich zu machen. Sondern es geht darum, Dinge auf den Weg zu bringen, die den Klub wieder nach vorne bringen."


Nun aber hat er sich erstmals geäußert und dabei auch über die noch ausstehenden Pläne für den Kader gesprochen. Dabei war vor allem Waldemar Anton ein Thema. Denn angeblich kokettiert der Abwehrspieler der Roten mit einem Wechsel. Dem Vernehmen nach soll 96 für Anton zehn Millionen Euro verlangen, englische Klubs haben angeblich bereits angefragt. Anton aber bevorzuge einen Wechsel innerhalb Deutschlands, heißt es weiter.


Schlaudraff erklärte dazu im Sportbuzzer: "Dass Gerüchte aufkommen, ist schon klar. Und dass ein Spieler, der schon sehr gute Leistungen gezeigt hat, am liebsten 1. Liga spielen möchte, auch. Trotzdem haben wir noch zwei Jahre Vertrag mit ihm und ich glaube, dass er sich voll und ganz mit Hannover und 96 identifiziert. Deswegen planen wir zu 100 Prozent mit Waldemar Anton."


Während die Causa Anton also geklärt scheint, gibt es auf anderen Positionen hingegen noch Bedarf aus Sicht des Sportchefs. "Was sich genau noch tut, ist schwer zu sagen. Es gibt da mal ein Gerücht und da mal eine Anfrage. Aber momentan ist nichts so konkret, dass ich sage, es könnte zeitnah etwas passieren." Dennoch schaue man sich weiter um und hat dafür auch schon gewisse Positionen im Blick. "Natürlich wissen wir, dass wir auf der Innenverteidigerposition noch jemanden gebrauchen könnten. Dass wir im linken offensiven Mittelfeld noch auf der Suche sind, und man könnte auch im Bereich des Mittelfelds noch etwas machen", so der 35-Jährige weiter.


Vor allem aber gehe es dabei auch um die Wirtschaftlichkeit. Man sei nun mal "nicht auf Rosen gebettet", wie er weiter erklärt. Daher müsse man zuvorderst schauen, was überhaupt machbar ist. Ein Verkauf von Anton könnte noch mal entsprechend Geld generieren. Aber was bringt es, eine Baustelle zu schließen, um eine weitere aufzumachen. Ein weiterer Kandidat für einen Verkauf ist hingegen auch der Brasilianer Walace. ​Er soll laut verschiedenen Medienberichten aktuell in der Türkei in Istanbul mit einem Klub verhandeln. Wie viel Geld Hannover damit einnimmt, ist aber nicht absehbar. Der Marktwert des Brasilianers liegt laut transfermarkt.de bei 8,5 Millionen Euro. Gut möglich daher, dass sich noch etwas tut bei 96.