Bereits vor seiner Wahl zum Vereinspräsidenten des ​VfB Stuttgart stand Wolfgang Dietrich bei den Fans in der Kritik. Bis heute konnte der 70-Jährige die Gemüter nicht beruhigen, weshalb bei der kommenden Mitgliederversammlung seine Abwahl droht. Davon riet er bei einer Talkrunde am gestrigen Dienstag ab.


Der Antrag auf die Abwahl Dietrichs, der am 09. Oktober 2016 für vier Jahre zum Präsidenten des VfB gewählt wurde, steht auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung, die an diesem Sonntag stattfinden wird. Aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Sprecher des umstrittenen Bahnhofsprojekts 'Stuttgart 21' sowie seinem offiziell beendeten Engagement beim Unternehmen 'Quattrex', das mehrere Fußballklubs finanziell unterstützt, gilt er bei den Fans als Spalter, der mit der Entlassung von Ex-Sportvorstand Jan Schindelmeiser und der anschließenden Verpflichtung des mittlerweile gescheiterten Michael Reschke vor zwei Jahren nicht gerade dafür gesorgt hat, dass sich ein Großteil der Mitglieder auf seine Seite stellt.

VfB Stuttgart v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

     Deutliche Botschaft: In den Augen vieler Fans ist Wolfgang Dietrich als Klubpräsident nicht mehr tragbar.


Doch Dietrichs Vertrag endet erst im kommenden Jahr, aufgeben will er seinen Posten bis dahin nicht: "Ich bin für vier Jahre gewählt, wir haben eine Satzung. Dieser Verein braucht Satzungstreue", wird er im ​kicker zitiert. Ob er im Oktober nächsten Jahres erneut kandidieren wird, ließ er jedoch offen. Dann sei die Chance auf "einen ordnungsgemäßen Übergang" gegeben, zum jetzigen Zeitpunkt aber mache eine Abwahl ohne wirkliche Alternative keinen Sinn: "Wir sind kein Chaosklub. Chaos ist gegeben, wenn man einfach davonrennt [...]. Jetzt zu sagen, ich wähle einfach einen ab, ohne zu wissen, was danach kommt, das kann doch nicht das Ziel dieses Vereins sein."


Vorstandsposten soll noch dieses Jahr besetzt werden

​Der VfB sei "eine absolute Herzensangelegenheit" (via Spox), weshalb Dietrich auch über die Mitgliederversammlung hinaus Verantwortung übernehmen wolle. Dazu zählt auch die Verantwortung bei der Installation eines Vorstandsvorsitzenden. Bereits seit der Ausgliederung der Profiabteilung vor zwei Jahren sei dieser Posten im Gespräch, doch aufgrund des sportlichen Abschneidens des Vereins in der Bundesliga habe dieser in den vergangenen Monaten nur eine geringfügige Priorität genossen.


Am Dienstag versprach Dietrich: "Definitiv werden wir noch in diesem Jahr die Position besetzt haben." Die endgültige Entscheidung werde im dritten Quartal fallen, laut den Stuttgarter Nachrichten sowie der Westdeutschen Zeitung gilt Robert Schäfer als Top-Favorit. Der 43-Jährige wurde im April von seinen Aufgaben bei Fortuna Düsseldorf entbunden, besitzt allerdings noch einen bis 2021 gültigen Vertrag. Angeblich soll er sich mit den Verantwortlichen in Gesprächen um eine Vertragsauflösung befinden.