​​Kyriakos Papadopoulos (27) schwitzt derzeit zusammen mit seinen Kollegen im österreichischen Kitzbühel und bereitet sich auf eine hoffentlich angenehmere Spielzeit als die vergangene vor. Heute Abend (18.00 Uhr) steht dann der Härtetest gegen Papas Ex-Klub, den griechischen Vize-Meister Olympiakos Piräus, an. Doch eine Meldung über Vertragsdetails bezüglich seines Wechsels von Bayer Leverkusen zum ​HSV sorgt für weit mehr Gesprächsstoff als der Freundschaftskick gegen die Griechen.


Papadopoulos kam im Winter 2017 auf Leihbasis zum HSV. Nach guten Leistungen zogen die Hamburger im Sommer desselben Jahres die Kaufoption und zahlten rund 6,5 Millionen Euro an Bayer Leverkusen. Jetzt berichtet das Hamburger Abendblatt, dass in dem damaligen Vertragswerk eine Klausel eingebaut wurde, nach der der HSV dem Werksklub einen (in der Höhe nicht spezifizierten) Millionenbetrag zahlen muss, falls er den Innenverteidiger vor Ablauf der Vertragslaufzeit abgeben sollte. 


Es handelt sich dabei offensichtlich nicht um die in der heutigen Praxis durchaus gängige Beteiligungsklausel bei einem Weiterverkauf, sondern - dem Wortlaut des Abendblatt-Artikels gemäß - tatsächlich um eine Penalisierungsklausel.

Jetzt ist man vom Hamburger SV der letzten Jahre ja schon einiges gewöhnt. Dennoch fällt es schwer, sich vorzustellen, was die Verantwortlichen dazu getrieben haben könnte, einer derartigen Klausel zuzustimmen. Zu dem Zeitpunkt, als der HSV Papadopoulos verpflichtete, ging es ihm zwar auch schon finanziell sehr bescheiden, doch auch angesichts monetärer Not ist solch eine Zahlung nur schwer nachzuvollziehen. 


Vom HSV gab es zu dieser Angelegenheit bisher keine Stellungnahme. 


Sollte an der Sache tatsächlich etwas dran sein, sitzt der HSV also (wieder einmal) zwischen den Stühlen. Er hat die Wahl, dem Griechen bis 2020 weiterhin dessen hohes Gehalt (um die drei Millionen Euro) auszuzahlen oder aber in diesem Sommer einen Käufer zu finden, und von dem Erlös, der sicherlich nicht im hohen Millionenbereich anzusiedeln ist, auch noch einen Teil an Bayer 04 zu zahlen. Die Altlasten der Vergangenheit holen den HSV also wieder ein. Bleibt zu hoffen, dass man sich bei zukünftigen Verhandlungen etwas geschickter anstellt.