​Ein jeder hat noch diese Szene vor Augen: Schürrle tankt sich auf dem linken Flügel durch, schlägt aus vollem Lauf eine punktgenaue Flanke auf Mario Götze - und der macht ihn! Mit einer einzigen Aktion hat sich ​André Sc​hürrle (28) für immer in die Herzen der deutschen Fußballfans gespielt. Doch seit seinem großartigen Auftritt beim WM-Finale in Brasilien vor fünf Jahren ist seine Karriere stetig nach unten verlaufen. 


Bei Mainz 05 fing alles an. Die Bruchweg-Boys, das war eine teils anarchistisch aufspielende junge Truppe um Lewis Holtby, Adam Szalai und eben André Schürrle. Der ist bis heute der jüngste Torschütze in der Klubgeschichte und wurde noch in seiner Mainzer Zeit zum Nationalspieler. Befehligt wurde die Truppe übrigens von einem gewissen Thomas Tuchel. 


Von Mainz ging es nach Leverkusen. 8,5 Millionen Euro wechselten ebenfalls den Besitzer. Auch bei Bayer startete Schürrle durch  - und geriet so in den Fokus von Chelsea London. 22 Millionen Euro ließen sich die Londoner seine Dienste kosten. Nach einer guten Debütsaison, verlor Schürrle im zweiten Jahr den Anschluss - und wurde von The Special One gnadenlos ausssortiert. 


Der VfL Wolfsburg griff zu - für stattliche 32 Millionen Euro. MIt den Wölfen holte er 2015 den DFB-Pokal. Nach eineinhalb Jahren war auch dort schon wieder Schluss - und Schürrle wechselte zum Liga-Konkurrenten ​Borussia Dortmund. Wieder wurde eine hohe Ablösesumme gezahlt - diesmal um die 30 Millionen. 


Wer aufmerksam mitgezählt hat, wird addiert haben: 92,5 Millionen Euro an Transferkosten hat André Schürrle in seiner bisherigen Laufbahn generiert. Nun ist der Spieler selbst nicht für die Summen verantwortlich, die für ihn bezahlt werden - dennoch ist eine gewisse Diskrepanz zwischen Preis und Leistung nicht zu übersehen. Seit seiner Zeit bei Chelsea London hat Schürrle über keine komplette Spielzeit hinweg überzeugen können. Zuletzt war er an den FC Fulham ausgeliehen. Nach dem Abstieg der Cottagers wurde auch das Leih-Geschäft beendet. 


Von der Borussia ist er mittlerweile freigestellt, kann sich einen neuen Klub suchen. Im Vergleich zu den bisher für Schürrle gezahlten Transfersummen, hat der BVB dem Offensivmann ein fast schnäppchenhaft kleines Preisschild verpasst: Für sieben bis acht Millonen Euro darf Schürrle gehen. Kein Wunder: mit 14 Millionen Euro brutto Jahresverdienst ist Schürrle immer noch einer der Spitzenverdiener beim Vize-Meister. Sein Vertrag läuft noch bis 2021. Interesse soll es aus der Türkei, Russland und China geben.