Der ​FC Barcelona hat den Ruf als einer der besten Klubs weltweit. Ein Angebot eines solchen Vereins kann dem einen oder anderen Profi schon mal den Kopf verdrehen. Jedoch scheinen die Katalanen mit ihrer Transferpolitik die Moral und den Arbeitsethos bei vielen Spielern zu versauen, wie eine merkwürdige Statistik zeigt.


Ein Angebot vom FC Barcelona ist wohl eines der größten Dinge, die man sich als professioneller Fußballer vorstellen kann. Für manche ist es der beste Klub der Welt, kaum jemand würde die Katalanen wohl nicht zu den Top 5 des Planeten zählen. Daher ist ein Angebot der Blaugrana verständlicherweise sehr verlockend. Jedoch kann dies auch zu einigen Verwerfungen führen, wie die vergangenen Transferperioden beweisen.


Denn die beiden jüngsten Episoden um Antoine Griezmann und Neymar reihen sich erstens in weitere Vorfälle rund um den FC Barcelona ein, zweitens zeigen sich einen merkwürdigen Verfall von Ethik und Moral gegenüber dem Arbeitgeber. Denn beide Profis sind bei ihren eigentlichen Klubs nicht zum Trainingsauftakt erschienen. ​Neymar blieb PSG am vergangenen Montag fern, ​Griezmann erschien bereits einen Tag zuvor beim Auftakt von Atletico Madrid nicht zur ersten Einheit der Saison.


Der neue Weg, sich zu seinem Wunschverein zu streiken, hat aber bereits vorher Schule gemacht und scheint sich immer mehr durchzusetzen. Denn bereits im Juni 2017 machte der ehemalige Spieler von Borussia Dortmund Ousmane Dembele den Vorreiter und erstreikte sich seinen Weg nach Spanien. Auch er erschien damals nicht mehr zum Training und bekam am Ende seinen Dickkopf durchgesetzt.


Wenige Wochen nach Dembele tat es ihm Philippe Coutinho gleich und schwänzte ebenfalls das Training in Liverpool, als soweit klar war, dass ein Wechsel stattfinden wird. Letztlich bekamen beide Spieler ihren Willen und es sieht wenig danach aus, dass auch Griezmann und Neymar nicht selbigen erhalten.


Die Frage aber ist, wie man solch einem Gebaren entgegenwirken kann. Der Fußball mag durchtrieben und ein Stück weit verrucht sein, dennoch sollten bestimmte Regeln gelten. Wer einen Vertrag unterschreibt, Vereine wie Profis, sollten sich entsprechend so verhalten. Leider gibt es viele Gegenbeispiele, wo eben genau das nicht der Fall ist – von beiden Seiten wohlgemerkt.


Spieler, die zu einem besseren Verein wechseln wollen, streiken sich neuerdings zu den Klubs. Vereine wiederum, die gewisse Akteure einfach nur noch loswerden wollen, schieben diese in Trainingsgruppen oder zum Nachwuchs ab und lassen sie dort versauern. Natürlich "funktioniert" dieses Spiel in beide Richtungen, dem sollte aber langsam Einhalt geboten werden.


Die große Frage wird sein, wer dies am besten kann und welche Mechanismen dagegen helfen würden. Ebenso steht die Frage im Raum, welchen Einfluss die Berater in solchen Fällen auf ihre Spieler nehmen und ob diese immer so gut beraten sind, sich so zu verhalten. Denn der Makel bleibt an solchen Spielern meist hängen, wie das Beispiel Dembele in Deutschland zumindest zeigt. Dort hat man ihm den "Streik" eher nicht verziehen, sondern sieht ihn eher als ein sogenanntes "enfant terrible" an. Einen schwererziehbaren Spieler.


Die Intention, der Hauptanstoß, wird wohl am ehesten vom FC Barcelona selbst kommen müssen, auch wenn dieser in der Sache erst mal wenig dafür kann. Er aber muss den Spielern ebenfalls klarmachen, dass eine solche Art und Weise nicht geduldet werden kann und er es andersherum ebenfalls nicht billigen würde, sollte sich ein Spieler so von den Katalanen wegstreiken wollen. Insofern sollte man sich auch der Doppelmoral bewusst sein, die man dort fährt. Denn ein Unschuldslamm ist der aktuelle spanische Meister damit ebenfalls nicht.