​Der ​VfB Stuttgart hat sich nach dem Abstieg aus der Bundesliga in diesem Sommer einer Generalüberholung unterzogen. Nachdem sich die Schwaben von zahlreichen Altlasten befreit haben, kommt der Kader der Schwaben frisch poliert daher. Doch ist der neue VfB bereits jetzt gut genug, für das Prüfsiegel "aufstiegsreif"? 


Nach Ansicht des neuen Sportdirektors Sven Milslintat scheint es auf diese Frage nur eine eindeutige Antwort zu geben, nämlich ja! Einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten zufolge, erklärte der neue starke Mann im Ländle, dass die Transferaktivitäten der Stuttgarter für diesen Sommer bereits weitesgehend abgeschlossen sind. Bei einem Blick auf die einzelnen Mannschaftsteile des VfB, entdeckt der geübte Inspekteur jedoch noch die ein oder andere Stellschraube, an der gedreht werden dürfte.


Auf der Torhüterposition sind die Stuttgarter weiterhin gut aufgestellt. Zwar verließ die bisherige Nummer Eins Ron-Robert Zieler den VfB und schloss sich seinem Ex-Klub Hannover 96 an. Mit Gregor Kobel, zuletzt von der TSG 1899 Hoffenheim an den FC Augsburg verliehen, konnte man aber rasch einen adäquaten Ersatz finden, der sich in der abgelaufenen Rückrunde in einem guten Licht präsentieren konnte. Als fähigen Backup konnte man zudem Fabian Bredlow vom 1. FC Nürnberg loseisen. Fazit also: zwischen den Pfosten legten die Stuttgarter ein paar PS zu.

Gregor Kobel

Gregor Kobel wechselt zunächst auf Leihbasis zu dem VfB


In der Innenverteidigung hingegen mussten die Stuttgarter notgedrungen mit Benjamin Pavard und Ozan Kabak zwei bisherige Leistungsträger ziehen lassen. Da bislang lediglich der bisher für die zweite Mannschaft des FC Bayern München aktive 21-Jährige ​Maxime Awoudja neu ins Boot geholt werden konnte, würde dem VfB ein weiterer Innenverteidiger gut zu Gesicht stehen. Ob die Schwaben nochmals nachrüsten, dürfte auch von der Personalie Marcin Kaminski abhängen. Nach dessen Leihe zu Fortuna Düsseldorf, würde der polnische Nationalspieler ​am liebsten im Rheinland verbleiben.


Auf den defensiven Außenbahnen ließen die Stuttgarter den wenig motiviert wirkenden Pablo Maffeo ziehen und konnten mit Pascal Stenzel einen bisherigen Musterschüler von Freiburgs Fußballlehrer Christian Streich ausleihen. Da mit Andras Beck aber ein weiterer Rechtsverteidiger abgegeben wurde, sind die Schwaben auf dieser Planstelle nicht gerade breit aufgestellt. Ähnliches gilt für die linke Seite, vor allem wenn man bedenkt, dass sich mit Borna Sosa einer der beiden Anwärter auf einen Stammplatz unlängst ​im Training verletzt hat und wohl für den Saisonstart nicht zur Verfügung stehen wird.


Das Herzstück einer jeden gut geölten Profimannschaft ist das Mittelfeldzentrum. Mit ​Kapitän Christian Gentner und Dennis Aogo ließen die Stuttgarter zwei ältere Modelle ziehen und setzten bei den Neuverpflichtungen auf jugendliche Frische. Insbesondere Atakan Karazor, der im Schlepptau des neuen ​Cheftrainers Tim Walter ins Ländle wechselte, machte dabei bislang einen prima Eindruck. Auch der zuletzt an den Hamburger SV ausgeliehene Orel Mangala kehrte mit deutlich mehr Selbstvertrauen als zuvor zurück.

Atakan Karazor

Atakan Karazor soll das Spiel der Stuttgarter ordnen


Deutlich offensiver ausgerichtet und damit genau nach dem Geschmack des neuen Übungsleiters sind die drei Neuzugänge Mateo Klimowicz, Philipp Klement und Tungay Coulibaly. Alle Drei eint der große Ehrgeiz und die Hoffnung sich durch starke Leistungen für den VfB für zukünftig noch größere Aufgaben zu empfehlen. Hatte der VfB-Bolide in der Vor-Saison noch wie ein Auslaufmodell agiert, hoffen die Stuttgarter mit Hilfe der Jungspunde endlich wieder das Gaspedal zu finden.


Kommen wir abschließend zur Sturmspitze der Stuttgarter. Wie auch bei den anderen Verpflichtungen der Schwaben wird bei einem Blick auf die Transferübersicht die neue Marschroute der Stuttgarter offensichtlich. Anstatt auf bekannte Namen zu setzen, die ihre besten Zeiten schon lange hinter sich haben - hat da jemand Gomez gesagt? - schenkt man vielmehr hungrigen Spielern das Vertrauen. Nimmt man die bisherigen Testspiele als Grundlage, könnte sich dabei Hamadi Al Ghaddioui, ehemals Jahn Regensburg, als echter Glücksgriff erweisen. Mit ​Sasa Kalajdzic konnte man zudem einen hoch veranlagten Spieler aus Österreich hinzugewinnen.


Unterm Strich lässt sich also festhalten, dass die Stuttgarter in diesem Sommer zwar nicht mit prominenten Namen aufwarten konnten, dafür erscheinen die Neuzugänge wie aus einem Guss und in sich schlüssig. Die Abkehr von der teuren Marken-Werkstatt im Stadtzentrum, hin zum versierten Autoschrauber im Umland, könnte sich für den Traditionsverein also durchaus auszahlen.