​Der ​FC Schalke 04 konnte sich in der abgelaufenen Saison bei der desaströsen Konkurrenz bedanken, dass es für die Knappen in der Fußball-Mine nicht bis in die zweite Liga hinab ging. Mit einem königsblauen Auge davon gekommen, gilt es in diesem Sommer die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Die neuen Macher auf Schalke konnten dabei bislang schon einige Erfolge verbuchen. 


Da wäre zum einen der leidige monatelange Eiertanz rund um Ersatztorhüter Ralf Fährmann. Nachdem die ehemalige Nummer Eins von Ex-Coach Domenico Tedesco abgesägt und auch vom Jahrhunderttrainer und Abonnement-Retter Huub Stevens nicht wach geküsst werden konnte, machten die neuen Entscheidungsträger in Gelsenkirchen kürzlich endlich Nägel mit Köpfen. Der einstige Publikumsheld wurde für ein Jahr ​​an den englischen Erstligisten Norwich CIty ausgeliehen und wird auf Schalke ohne große Umschweife durch ​Neuzugang Markus Schubert ersetzt.

Ralf Faehrmann

Ralf Fährmann viel der Runderneuerung wie zuvor erwartet vorerst zum Opfer



Im Gegensatz zu Fährmann, zeigte die Formkurve des 21-Jährigen zuletzt kontinuierlich nach oben und daher sollte der Deal selbst dem größten Fährmann-Anhänger schlussendlich gut schmecken. Vor allem bei einem weiteren erst unlängst eingetüteten Transfer profitierte Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider von dem neuen Kaderplaner Michael Reschke. Beim VfB Stuttgart über seine eigene Machtfülle gestolpert, soll sich der 61-Jährige in Gelsenkirchen wieder auf seine Kernkompetenzen, sprich sein oftmals zielsicheres Händchen auf dem Transfermarkt, konzentrieren.


Dass sich der Rheinländer mit ​Ozan Kabak dabei nun ausgerechnet bei seinem Ex-Klub bediente und dabei von seinem eigens ausgehandelten Vertrag profitierte, lässt zwar im Schwabenland derzeit so ziemlich jede Hutschnur platzen, für die Schalker ist diese Verbindung jedoch zweifelsohne ein echter Glücksfall. Der von mehreren internationalen Spitzenklubs gejagte Abwehrspieler war in der vergangenen Rückrunde beim VfB schließlich das einzige helle Licht in pechschwarzer Nacht gewesen und wurde schlussendlich sogar zum ligaweiten Rookie der Saison gewählt.


Die Kaderplaner und auch der ​neue Cheftrainer David Wagner, der in seinen bisherigen Auftritten einen prima Eindruck hinterlassen hat, wollen sich in der kommenden Saison aber keineswegs nur auf die defensive Stabilität der Königsblauen konzentrieren. Auch in der Offensive sollen die Schalker endlich die Kreativität und das Durchsetzungsvermögen an den Tag legen, das man von einem Team, dass noch vor zwei Jahren die Vizemeisterschaft erringen konnte, eigentlich erwarten dürfte.

David Wagner

David Wagner sorgt beim FC Schalke 04 derzeit für eine Aufbruchstimmung



Die ​Verpflichtung von Benito Raman, der für rund zwölf Millionen Euro von Fortuna Düsseldorf in den Pott gewechselt ist, kann dabei als wichtiger Fingerzeig herhalten. Der 24-jährige Linksaußen verzückte in der Vor-Saison die gesamte Liga durch seine spektakulären Tempodribblings und konnte mit satten 14 Torbeteiligungen auch seine Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse unter Beweis stellen.


Dass auch bei den bislang so positiven Transferaktivitäten und Umstrukturierungen bei dem schlafenden Riesen, immer noch Luft nach oben ist, dürfte klar sein. So würde den Schalkern zweifelsohne auch ein treffsicherer Mittelstürmer gut zu Gesicht stehen. Aber wer weiß, vielleicht gelingt es Wagner auch, die zuletzt so enttäuschenden Angreifer wie etwa Mark Uth und Guido Burgstaller auf ein neues Level zu hieven. Summa summarum: Glück auf!