Mit 29 Jahren ist Timothy Chandler im allerbesten Fußballalter. Doch trotzdem steht der Rechtsverteidiger vor einem kleinen Neuanfang. Denn nach einer Seuchensaison will der US-Amerikaner wieder voll angreifen, von seinen alten Verletzungen möchte Chandler nichts mehr wissen. Auch könnte er bald schon von einer möglichen Systemumstellung profitieren.


Timothy Chandler gilt nicht nur in ​Frankfurt als echtes Kämpferherz. Der ehrgeizige Profi wurde allerdings in der letzten Saison komplett aus der Bahn geworfen. Aufgrund einer Knieverletzung in der Knorpelstruktur musste der Nationalspieler nämlich operiert werden, dadurch verpasste Chandler fast die komplette Saison. Bis auf einen kurzen ​Liga-Einsatz war er noch nicht wieder belastbar.

Timothy Chandler,Makoto Hasebe

Chandler kam in der abgelaufenen Spielzeit nur auf ein Pflichtspiel (1:6-Niederlage gegen Bayer Leverkusen)



Nun scheint die Verletzung allmählich überwunden zu sein, denn in den ersten ​Trainingseinheiten und Testspielen zeigte er sich gewohnt hochmotiviert und spürte keine vermeintlichen Nachwirkungen seiner langwierigen Verletzung. Ganz im Gegenteil, Chandler fühlt sich so gut wie vor seiner Ausfallzeit: "Wenn ich in den Körper reinhöre, höre ich nix", so der 29-Jährige im kicker.


Klar ist, dass der physisch aufspielende Verteidiger sehr hart im Nehmen ist und in der Vergangenheit bereits immer wieder mit Blessuren zu kämpfen hatte. Doch wenn er für die Eintracht aufläuft, dann bremsen ihn auch keine Einschüchterungen aus: "Wenn ich auf dem Platz bin, will ich immer 100 Prozent geben, dann ist es egal, ob ich mal Schmerzen habe."


Für diese Einstellung ist Chandler in Frankfurt bekannt, nach der langen Leidenszeit will er selbst auch nichts mehr mit der Verletzung zu tun haben. Die für andere Profis eher eingehaltene Vorsicht lässt der Frankfurter eher nicht walten, dafür ist ihm ein Einsatz für die Eintracht zu viel wert. Und davon könnte es in der nächsten Saison wieder mehr geben, denn von einer Systemumstellung könnte er nun profitieren.


Neue Rolle in der Viererkette?


Beim Test gegen Bad Homburg, den Frankfurt wenig überraschend mit 14:0 gewann, kam Chandler in einem offensiven 3-1-4-1-System zum Einsatz. Doch Adi Hütter plant in der kommenden Saison auch vermehrt mit einer Viererkette zu agieren, vor allem dort ist Chandler hinten rechts einsetzbar. Ansonsten wird er sich vor allem mit dem aufstrebenden Danny da Costa um den begehrten Platz auf der rechten Seite streiten.


Doch Chandler merkt man an, dass er das Duell um seinen ehemaligen Stammplatz in jedem Fall annehmen wird. Schon gegen den Siebtligisten zeigte er seinen Ehrgeiz: "Das Spiel hat mir sehr gut getan. Ich bin gesund, es ist wichtig für mich, gut durch die Vorbereitung zu kommen, wirklich alle Trainingseinheiten zu machen." Sollte dies der Fall sein, wird die Eintracht wieder auf einen echten Kämpfer zurückgreifen können.