Der erneute Abstieg erschütterte Mannschaft und Anhänger des ​VfB Stuttgart bis ins Mark. Da sich das runde Leder aber bekanntlich munter weiterdreht, wurden die Taschentücher längst entsorgt und stecken die Schwaben mitten in den ​Vorbereitungen auf die kommende Zweitligasaison. Der neue Cheftrainer Tim Walter versucht dabei seine Schützlinge mit ungewöhnlichen Trainingsmethoden auf Vordermann zu bringen.


Nachdem beim ​Trainingslager in Kitzbühel zuletzt bereits mächtig geackert wurde, bereiten sich die Stuttgarter derzeit im heimischen Vereinsgelände auf die bevorstehenden Aufgaben vor. Da der VfB in der Zweiten Liga noch immer als große Nummer gehandelt wird, müssen die zuletzt so abstiegskampfgeplagten Schwaben wieder neuen Mut schöpfen. Um seinen Spielern wieder ein Sieger-Gen einzuimpfen, ist dem ehemaligen Kiel-Trainer dabei so ziemlich jedes Mittel recht.

Tim Walter

Tim Walter will auch beim VfB nichts unversucht lassen


Den Trainingskiebitzen im Ländle bot sich daher am gestrigen Donnerstagvormittag ein wahrlich bizarres Bild. Anstatt dem Ball hinterherzuhetzen, oder sich um Slalomstangen zu winden, zeigten die Stuttgarter ihrer Fähigkeiten als Kunstturner auf und mussten von einem Strafraum zum anderen munter Räder schlagen. Wer nun vermutet, der Cheftrainer hätte bereits die Flinte ins Korn geworfen und wolle seine zuletzt so erfolglosen Spieler nun in einer anderen Disziplin ausbilden, täuscht sich jedoch gewaltig.


Vielmehr handelte es sich bei dem kurzen Ausflug in eine andere Sportart lediglich um Strafen, für diejenigen Spieler, die zuvor bei fußballspezifischen Aufgaben das Nachsehen hatten. Die Bewegungsübungen, die auch Purzelbäume, Liegestütze, Rückwartsrollen und das gute alte Arschbolzen beinhalteten waren daher die Extra-Portion Motivation. Schlussendlich versucht Walter durch seine Maßnahmen vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit zu stärken und lässt sich dabei auch von Vorschlägen innerhalb der Mannschaft inspirieren. Manche Ideen, so Walter gegenüber der BILD, kommen ihm aber auch einfach spontan.

Hamadi Al Ghaddioui

Hamadi Al Ghaddioui will sich unter Walter dauerhaft durchsetzen


Ob spontan oder von langer Hand geplant, die Quintessenz von alledem scheint bei den VfB-Spieler anzukommen. So betonte ​Neuzugang Hamadi Al Ghaddioui gegenüber dem Boulevardblatt, dass "Gewinnen das Wichtigste" sei und begrüßte daher, dass dies ihm und seinen Teamkollegen in jeder Trainingseinheit eingeimpft wird. "Wenn wir etwas Großes erreichen wollen, muss jeder etwas dazu beitragen. Wir müssen alle ins große Ganze investieren", so der kantige Mittelstürmer.