​​Hertha BSC konnte sich während der Sommerpause über eine unerwartete Finanzspritze im hohen Millionenbereich freuen. Denn mit Lars Windhorst kaufte sich nun ein neuer Investor bei dem Hauptstadtklub ein. Für 125 Millionen Euro gingen 37,5 Prozent der Vereinsanteile an den Geldgeber. Wir zeigen euch, welche Folgen der Mega-Deal wirklich für die Berliner hat.


Es war recht überraschend, doch dann ging alles relativ schnell. Investor Lars Windhorst hat 37,5 Prozent der Vereinsanteile von Hertha BSC erworben, ganze 125 Millionen Euro zahlte er an die Berliner. In naher Zukunft soll es sogar noch mehr werden, so die Sportbild. Doch es stellen sich für die Fans und Spieler immer noch einige Fragen, denn die Auswirkungen des Deals bringen viele Veränderungen für die Mannschaft.


Vereinsführung und Finanzplanungen grundlegend geändert


Allen voran verfolgte Windhorst neben dem sportlichen Ehrgeiz und der Unterstützung für Berlin auch persönliche Ziele.​ Denn der 42-Jährige wird aufgrund seines Millionen-Deals zukünftig einen Sitz im Beirat innehaben. Damit wird er ein Mitspracherecht bei sämtlichen Entscheidungen des Vereins erhalten. Durch eine Satzungsänderung muss das Gremium um Windhorst nun sämtliche Investitionen über 25 Millionen Euro eigens absegnen.


Darunter fallen Transfers, Marketing- oder Sponsorenverträge. Als Unterstützung dienen dem Investor noch zwei weitere Gesandte, die ebenfalls in den Aufsichtsrat einziehen werden. Dort wird man nun also entscheiden, was mit dem vielen Geld gemacht wird. Zu Beginn wird man allerdings erst einmal die ausstehenden Beträge tilgen, die Ablöse für Ex-Investor KKR (72,1 Millionen Euro) sowie eine Fan-Anleihe über 1,5 Millionen Euro sind zu bezahlen.

Michael Preetz

Geschäftsführer Michael Preetz wird in Zukunft mehr Geld für Transfers einplanen können


Ansonsten steht der Hertha aber ein Budget von etwa 120 Millionen zur Verfügung, allerdings verteilt sich dies über die nächsten Jahre. Die Berliner werden also kontinuierlich mehr Geld in Transfers stecken können, als noch in den letzten Spielzeiten. Verpflichtungen im Bereich um die 20 Millionen Euro sind nicht erst seit dem ​Verkauf von Valentin Lazaro möglich. Mit dem Geld wird man also vor allem den Kader konstant verstärken.


Kommen nun Stars und Titel?


Internationale Top-Stars wird man durch die neuen Finanzen nicht gleich verpflichten können, doch etablierte Profis wie zum Beispiel Julian Weigl sind in Berlin nun durchaus ein Thema. Doch prinzipiell will man an der Vereins-Philosophie festhalten, ​vor allem junge Spieler zu entwickeln und den Kader in der Breite zu verstärken. Damit kennt sich die Hertha nämlich schon jetzt bestens aus.


Doch auch ohne die riesigen Transfers hofft man auf ein deutlich angehobenen Status des BSC. Zwar wird man sich nicht mit den Spitzenklubs wie dem ​FC Bayern München oder ​Manchester City messen können, doch vor allem die eigenen sportlichen Ziele sind für Berlin nun ganz andere. Stürmer Salomon Kalou formulierte den neuen Schritt zum Beispiel als gelungen und strebt Europa an.


"Das ist eine tolle Nachricht. Für Hertha ist das unglaublich viel Geld. Damit muss es wieder realistisch werden, unter die ersten sechs in der Bundesliga zu kommen", so der Ivorer in der Sportbild. Das große Ziel ist es nun dauerhaft international vertreten zu sein und auch den DFB-Pokal in Zukunft anzugreifen. Der Traditions-Klub könnte nun endlich den Sprung zu einem etablierten Top-Verein machen.

Hertha BSC v FC Bayern Muenchen - DFB Cup

In Zukunft will die Hertha das DFB-Pokalfinale im heimischen Olympiastadion selbst bestreiten


Die Reaktionen auf den Deal fielen übrigens überaus positiv aus. So meldeten sich zum Beispiel einige Berater bei der Hertha und erkundigten sich, in welcher Form nun mehr Geld vorhanden ist. Ernsthafte Gespräche entstanden daraus allerdings nicht. Grundlegend ist die Stimmung im Verein aber sehr gut und deutet die Aufbruchs-Atmosphäre an. Der Fan-Klub äußerte sich dagegen noch nicht zu den neuen Möglichkeiten.


Hertha BSC kommt mit einem neuen langfristigen Plan um die Ecke. Dieser soll es ermöglichen, über die nächsten Jahre eine tolle Grundlage zu schaffen um irgendwann einmal um Titel mitspielen zu können. Ob dies gelingt bleibt erst einmal abzuwarten, doch auf die Berliner sollte man definitiv ein Auge werfen.