​Der ​HSV sucht einen Innenverteidiger, weil man einen anderen Innenverteidiger (van Drongelen) abgeben möchte. Der ​FC Augsburg wird wohl einen Innenverteidiger (Hinteregger) an den Ligakonkurrenten Eintracht Frankfurt verlieren - und könnte in van Drongelen dessen Nachfolger bereits gefunden zu haben. Eine Win-Win-Win-Win-Situation sozusagen. 


Dass der Hamburger SV seinem 20-jährigen Holländer Rick van Drongelen überhaupt ein Preisschild verpasst hat (um die acht Millionen Euro erhoffen sie sich am Volkspark aus seinem Verkauf) war für nicht wenige eine Überraschung. Der 2017 von Sparta Rotterdam verpflichtete Niederländer (der kurioserweise gegen den FC Augsburg sein Liga-Debüt für die Rothosen gab) war in der vergangenen Saison DER Dauerbrenner unter den HSV-Spielern, absolvierte alle 34 Liga-Spiele. Doch in diesen Spielen hat er auch das eine oder andere Mal gewisse Defizite hinsichtlich der Spieleröffnung gezeigt. 


Da er immer noch ein sehr junger Spieler ist, kann man mit ihm - so das Kalkül des HSV -  auch noch ein ganz gutes Geschäft machen. Für den chronisch klammen Klub immer ein Argument, sich auch Angebote für sein Tafelsilber anzuhören. 


Bislang galt eigentlich die PSV Eindhoven als wahrscheinlichster Abnehmer für van Drongelen. Doch das gegenwärtige Interesse der Fuggerstädter könnte für den HSV um so nützlicher sein: denn dort ist einer unter Vertrag, den sie gerne schon vor zwei Jahren in den Volkspark gelockt hätten: Marvin Friedrich (23). 


Der spielte zuletzt auf Leihbasis für den Erstliga-Aufsteiger Union Berlin. Nach einer gezogenen Rückkaufoption haben die Augsburger nun den Preis für Friedrich ausgerufen: Vier Millionen Euro. Für Union ein happiger Preis. Geboten haben die Berliner bislang zwei Millionen - was wiederum dem FCA viel zu wenig ist. Und da kommt der HSV ins Spiel. Da man selber einen Spieler hat, der für die Augsburger interessant ist, könnte es zu einer Art Verrechnungsgeschäft kommen: van Drongelen geht nach Augsburg, der HSV bekommt Friedrich plus Geldbetrag X. 


Doch beim Hamburger SV plant man mehrgleisig bzw. alternativ: sollte sich die Personalie Friedrich auch im zweiten Anlauf nicht realisieren lassen, haben die Hamburger mit dem Holländer Timo Letschert (26) schon einen Ersatz an der Angel. 

Timo Letschert,Edin Dzrko

Timo Letschert (li.), hier in einem Serie A-Duell mit Roms Edin Dzeko


Dem Internet-Portal sport.de zufolge, das sich wiederum auf den Radiosender RTV Utrecht beruft, sollen die Verhandlungen zwischen dem HSV und Sassuolo Calcio, wo Letschert unter Vertrag ist, "weit fortgeschritten sein". Selbst eine Doppelverpflichtung von Friedrich und Letschert ist nicht völlig abwegig, denn vor ein paar Wochen hatte der HSV erklärt, auch Gideon Jung (sowohl als Innenverteidiger als auch als Sechser einsetzbar) keine Steine in den Weg zu legen, wenn ein entsprechendes Angebot käme. 


In der Personalie Jung hat Dieter Hecking nun aber offenbar sein Veto eingelegt. Wie die MoPo berichtet, sei der Verkaufsplan vom neuen Coach gestoppt worden. Fraglich, ob man nach Ewerton auch noch Letschert und Friedrich verpflichten kann/will.