Am heutigen Montag beginnt der Medizincheck bei ​Eintracht Frankfurt. Der Trainingsauftakt findet am Mittwoch statt. Inoffiziell aber läuteten die Hessen die kommende Spielzeit schon am vergangenen Samstag bei der 120-Jahr-Feier ein. Doch zum Saisonstart sind noch viele Unklarheiten auf der Tagesordnung.


Die vergangene Saison war für Eintracht Frankfurt überaus erfolgreich. In der Liga rettete man sich zwar so gerade noch auf Rang sieben, doch der Zwischenspurt, der das Team zwischenzeitlich bis auf Rang vier katapultierte sowie das Erreichen des Halbfinales der Europa League haben in der Stadt am Main eine Euphorie entfacht, die bis heute anhält. Am vergangenen Samstag waren nach Vereinsinformationen 27.000 Zuschauer zu Gast, die die Historie, den Verein und 120 Jahre Bestehen der Eintracht feierten.


Bereits dort zeigte sich, die Vorfreude auf die kommende Spielzeit ist ungebrochen. Doch für Fredi Bobic und Co. gibt es vor dem offiziellen Auftakt am Mittwoch noch eine ganze Menge zu tun. Wer soll Luka Jovic ersetzten, was wird aus Sebastian Haller und wird auch Ante Rebic den Klub verlassen? Fragen, die aktuell alle nicht abschließend beantwortet werden können.


​Rebic wird mit immer größerer Wahrscheinlichkeit wohl nach Spanien zu Atletico Madrid wechseln. Die Einnahmen dürften den Verein aus wirtschaftlicher Sicht freuen, dürfte doch auch hier eine erneute Wertsteigerung zu verzeichnen sein. Doch sportlich dürfte es immer schwerer werden, eine Saison wie die letzte zu wiederholen. Denn Rebic und Jovic waren die offensive Lebensversicherung. Gemeinsam erzielten beide in der Bundesliga und Europa League 37 Treffer.


Und auch Sebastian Haller, um den es aktuell ruhig scheint, ist nicht sicher auch im September noch in Frankfurt. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Manchester United interessiert ist. Und auch bei den übrigen Kandidaten Martin Hinteregger, Kevin Trapp und Sebastian Rode zeichnen sich Hängepartien ab. Alle drei Spieler sollen fest nach Frankfurt wechseln, aktuell aber musste das Trio zunächst zu seinen Stammklubs nach Paris, Augsburg und Dortmund zurück.


Durch die Einnahmen von Jovic und voraussichtlich auch bei Rebic ist es für die Eintracht zudem schwieriger, auf dem Transfermarkt lukrative Geschäfte abzuschließen. Denn die Konkurrenz weiß um die Liquidität der Hessen aktuell, was mögliche Geschäfte aus Frankfurter Sicht verkompliziert. Dem Vernehmen nach soll Rebic laut Bild-Zeitung aktuell für 40 Millionen Euro gehandelt werden. Allerdings sollen satte 50 Prozent des Verkaufs an Florenz gehen, Rebics Ex-Klubs. 


Diese Klauseln sind es, die Fredi Bobic für sich als Marktlücke erkannt hat. Stars günstig einkaufen, die Weiterverkaufklausel aber so gestalten, das der abgebende Klub noch kräftig mitbeteiligt wird, und die Spieler dann entsprechend bei der Eintracht aufbauen. So geschehen auch bei Jovic, der für fünf Millionen Euro aus Lissabon von Benfica kam. Die Portugiesen erhielten eine Beteiligung von 30 Prozent beim Verkauf von Jovic an Real Madrid.


Es steht somit noch viel Arbeit für Bobic und seine Kollegen an. Denn auch das erste Pflichtspiel lässt nicht lange auf sich warten. So treten die Hessen bereits am 25. Juli zur zweiten Runde der Qualifikation der Europa League an. Dann findet das Hinspiel und somit erste internationale Spiel der Saison statt. Gut möglich, dass sich das Gesicht des Kaders bis dahin noch deutlich ändert.