​Die Allianz Arena im Norden von München zählt zu den größten und bekanntesten Stadien in Europa. Das besondere Markenzeichen der Spielstätte ist die Außenhaut, die aus ca. 2.600 aufblasbaren Luftkissen mit integriertem Lichtsystem besteht. Im Sommer 2005 zogen die beiden Stadtrivalen FC Bayern München und der TSV 1860 München vom Olympiastadion in die Allianz Arena um. Sechs Fakten zum EM-Austragungsort 2020 gibt es hier zusammengefasst.


1. Grundsteinlegung und Fertigstellung

Im Jahr 1997 gab es beim FC Bayern München erste Überlegungen, ein neues und reines Fußballstadion zu bauen. Während sich die Stadt München für einen Umbau des Olympiastadions aussprach, fassten der deutsche Rekordmeister und der TSV 1860 München Anfang Januar 2001 den Entschluss, ein neues Stadion zu errichten. Wenige Monate später legten sich die Verantwortlichen auf den Standort Fröttmaning (im Norden von München) fest.


Nach einem Bürgerentscheid (Oktober 2001), bei dem die Münchner mit großer Mehrheit für einen Neubau gestimmt hatten, folgte rund ein Jahr später die feierliche Grundsteinlegung (21. Oktober 2002). Am 30. April 2005 erfolgte die offizielle Übergabe an den Eigentümer, die München Stadion GmbH, welche von den beiden Erzrivalen zum gemeinsamen Bau gegründet wurde. Auf 340 Millionen Euro beliefen sich die Kosten für den Stadionneubau. Der Versicherungskonzern Allianz sicherte sich im Februar 2014 die Namensrechte an der Arena bis 2041. Seit Mai 2012 beherbergt die Allianz Arena die FC Bayern Erlebniswelt (größtes Vereinsmuseum in Deutschland). 

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2. Zuschauerkapazität

Bei nationalen Spielen bot die Allianz Arena zunächst Platz für rund 66.000 Zuschauer. Nach Erweiterungen im August 2014 und Januar 2015 fasst die Spielstätte des deutschen Rekordmeisters 75.024 Zuschauer (15.794 Stehplätze, 55.704 Sitzplätze, 2.152 Business Seats und 106 VIP Logen mit Platz für insgesamt 1.374 Gäste). 


Bei internationalen Spielen (keine Stehplätze) beträgt das Fassungsvermögen 70.000 Zuschauer. In Sachen Zuschauerkapazität muss sich die Allianz Arena in Deutschland nur dem Dortmunder Signal Iduna Park geschlagen geben. 


3. Maße und Beschaffenheit des Platzes

​Das Spielfeld hat eine Nettogröße von 105 x 68 Meter und ist damit genauso groß wie ​der Platz im Weserstadion. Zwei Jahre lang spielte man in der Allianz Arena auf Hybridrasen (Mischung aus Kunst- und Naturrasen). Seit 2016 ist nur noch Naturrasen verlegt. 


4. Erste Spiele

Am 19. Mai 2005 trafen die beiden Traditionsmannschaften der Bauherren (3:2 für die Löwen) beim offiziellen Testlauf vor rund 30.000 Zuschauern aufeinander. Ende Mai folgten die offiziellen Eröffnungsspiele. Am 30. Mai setzte sich der TSV im Freundschaftsspiel gegen den ​1. FC Nürnberg mit 3:2 durch. Einen Tag später bestritt der FC Bayern ein inoffizielles Freundschaftsspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft (4:2). An beiden Tagen war die Allianz Arena ausverkauft. Das erste Ligaspiel ging am 5. August (FC Bayern - ​Borussia Mönchengladbach 3:0) über die Bühne. 


5. Auszug des TSV 1860 München

Im April 2006 hatte der FC Bayern die Anteile des Erzrivalen für ein Darlehen von elf Millionen Euro übernommen. Vier Jahre lang hatten die Löwen die Möglichkeit, die Anteile zurückzuerwerben, wovon sie allerdings nie Gebrauch gemacht haben. Am 25. April 2008 wurde das Rückkaufsrecht notariell aufgehoben. Die FC Bayern München AG ist seither der alleinige Gesellschafter der Allianz Arena. Der TSV 1860 München war bis zum Abstieg aus der ​2. Bundesliga nur noch Mieter der Spielstätte. Mitte Juli 2017 wurde der Mietvertrag beendet und eine Rückkehr ausgeschlossen. Im Juni/Juli 2018 wurde der Innenraum der Arena (u. a. rote Stühle im Mittelrang und Schriftzüge) umgestaltet. 

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6. Besondere Partien/Turniere

Die Allianz Arena war Austragungsort der Weltmeisterschaft 2006. Insgesamt sechs WM-Partien, darunter das Eröffnungsspiel (Deutschland - Costa Rica 4:2) gingen in der Münchner Spielstätte über die Bühne. Bei der Europameisterschaft 2020 finden vier Partien in der Arena statt.


​Im Sommer 2012 wurde in der bayerischen Landeshauptstadt das Champions-League-Finale angepfiffen. Die Bayern boten im legendären "Finale dahoam" eine gute Vorstellung, mussten sich dem ​FC Chelsea allerdings im Elfmeterschießen geschlagen geben. Der FC Bayern hat sich zusammen mit der Stadt München für die Austragung des Endspiels 2021 beworben.