​Der ​Hamburger SV will nach dem verpatzten Versuch des direkten Wiederaufstiegs in der kommenden Spielzeit einen neuen Anlauf wagen. Große Hoffnungen setzen die Rothosen in ihren Neuzugang David Kinsombi. In einem Gespräch mit der BILD äußerte sich der defensive Mittelfeldspieler zu persönlichen Zielsetzungen und erklärte, wieso für ihn ein Wechsel in die Hansestadt alternativlos war.


Der ​bereits vor Monaten eingetütete Transfer des 23-jährigen Ex-Kapitäns von Holstein Kiel sorgte nicht nur durch die Tatsache für Aufsehen, dass Kinsombi mit einer Ablösesumme von rund drei Millionen Euro zum teuersten Abgang in der Vereinsgeschichte der Störche wurde. 


Für weitaus mehr Staunen sorgte vielmehr, dass sich Kinsombi, nachdem immer klarer wurde, dass die Verhandlungen um einen Transfer ins Stocken gerieten, dazu bereits erklärte, sich an dem Deal aus eigener Tasche heraus zu beteiligen. Etwa zehn Prozent der Transfererlöse stammten daher aus dem Festgeldkonto des gebürtigen Hessen. 

Holstein Kiel v Hamburger SV - Second Bundesliga

David Kinsombi freut sich auf die neue Herausforderung



Im Gespräch mit dem Boulevardblatt umschiffte Kinsombi dennoch jegliche Vertragsinhalte und betonte stattdessen, dass er "nicht für große Reden gekommen sei", sondern um Vollgas zu geben. Umso glücklicher ist der Rechtsfuß daher, dass er nach seinem Schienbeinbruch Anfang des Jahres mittlerweile wieder voll einsatzfähig ist. "Es war meine erste schwere Verletzung. Es war ein Schock. Doch alles ist gut verlaufen. Drei Wochen konnte ich ja schon mit den Jungs in Kiel üben. Aber ich trainiere jetzt noch mit einem Schienbeinschoner. Ich will nicht riskieren, dass ich da einen draufbekomme", so der Neu-Hamburger.


Die schweißtreibenden Trainingseinheiten beim einstigen Bundesliga-Dino nimmt der defensive Mittelfeldmotor daher dankend an, zumal es sich beim Hamburger SV nach Ansicht des robusten Zweikämpfers noch immer um eine große Adresse im deutschen Fußballgeschäft handelt. "Der Verein war – egal wo ich unterwegs war, in Karlsruhe, Magdeburg oder Kiel – immer präsent, immer groß. Es ist für jeden Spieler interessant, für einen so großen Klub zu spielen", so Kinsombi.

Hamburger SV Training Session

David Kinsombi will das neue Trainerteam des HSV von sich überzeugen



Dass er es beim HSV mit dem ​neuen Cheftrainer Dieter Hecking mit einem anderen Coach zu tun bekommt, als bei seiner Vertragsunterschrift vor einigen Monaten abzusehen war, spielt für Kinsombi keine große Rolle. Im Geschäft gäbe es schließlich ohnehin "keine Sicherheiten" und daher habe er schon immer "das große Ganze gesehen" und seine Zukunft nicht von einzelnen Personen abhängig gemacht. Insgeheim dürfte der Mittelfeldakteur den Abgang von Hannes Wolf jedoch durchaus bedauern, hatte ihn der junge Fußballlehrer einst doch kräftig umworben und war sogar nach Kinsombis schwerer Verletzung an dessen Krankenbett gereist.


Zeit für große Sentimentalitäten hat der Neuzugang aber nicht, schließlich hat er sich für die Zukunft äußerst ehrgeizige Ziele gesetzt: "Im besten Fall möchte ich so hochklassig wie möglich spielen. Und so viel wie möglich erreichen. Man ist immer gut beraten, sich nicht zu kleine Ziele zu setzen und nicht begrenzt zu denken. Ob ich alles so erreiche, wie ich es mir vornehme, das weiß ich natürlich nicht. Aber wenn ich einen Bruchteil erreiche, ist es auch schön."