​Der radikale Umbruch im Kader des ​VfB Stuttgart macht auch vor der Torhüterposition nicht halt. Nach der ​Rückkehr der bisherigen Nummer Eins Ron-Robert Zieler zu seiner alten Liebe Hannover 96, müssen die Schwaben schnellstmöglich einen neuen Schlussmann präsentieren. Mit Gregor Kobel soll dabei nun ein neuer Kandidat ganz oben auf der Wunschliste stehen.


Bislang galt ​Markus Schubert als klarer Favorit auf den vakanten Posten im Stuttgarter Gehäuse. Der 21-jährige Keeper des Zweitligisten Dynamo Dresden wusste in der abgelaufenen Spielzeit zu überzeugen und konnte auch bereits in der deutschen U21 seine Premiere feiern. Schon lange bevor klar war, dass Zieler in Richtung Niedersachsen transferiert wird, hatten sich die Schwaben daher intensiv um das junge Torhütertalent bemüht. Da der gebürtige Freiburger aber ein direktes Duell mit dem 30-Jährigen scheute, geriet der Deal zwischenzeitlich ins Stocken.

Markus Schubert

Markus Schubert legte zuletzt eine starke Entwicklung hin


Nun, nachdem die Luft quasi frei ist, könnten die Verhandlungen also eigentlich wieder aufgenommen werden. Wie die BILD berichtet, scheint es jedoch so zu sein, als ob mit dem ​FC Schalke 04 ein Verein aus der Bundesliga erfolgreich dazwischengegrätscht ist. Dem Boulevardblatt zufolge, steht der Torhüter kurz vor einer Vertragsunterschrift bei den Königsblauen. Die Stuttgarter Hoffnungen müssen damit aber noch nicht zu Grabe getragen werden, soll der junge Keeper doch dem Vernehmen nach zunächst für ein Jahr weiter verliehen werden. Der VfB soll dabei eine der möglichen Anlaufstellen sein.


Da es jedoch sehr töricht wäre, bei der Torhüterfrage nur auf ein Pferd zu setzten, schauen sich die Kaderplaner der Stuttgarter rund um Sportdirektor Sven Mislintat zusätzlich nach weiteren Alternativen um. Laut Informationen der Stuttgarter Nachrichten hat sich dabei mit Gregor Kobel ein weiterer interessanter Kandidat in Richtung Pole-Position geschoben. Dem Ersatzkeeper der TSG 1899 Hoffenheim werden derzeit im internen Kampf mit Oliver Baumann wenig Chancen eingeräumt.


Bereits in der vergangenen Saison gestaltete sich die Situation im Kraichgau für den 21-jährigen Schweizer als schwierig. Um dem großen Talent mehr Einsatzzeiten zu ermöglichen, wurde Kobel daher im vergangenen Winter an den FC Augsburg ausgeliehen. Im Trikot der Fuggerstädter konnte der Eidgenosse sein enormes Potenzial dann auch endlich regelmäßig auf den Rasen bringen und erwies sich im Abstiegskampf der Augsburger als entscheidender Vorteil. Wenig überraschend, versuchten die FCA-Verantwortlichen in den vergangenen Wochen eine feste Verpflichtung des 1,94-Meter-Hünen einzuleiten.

Gregor Kobel

Gregor Kobel brennt auf regelmäßige Einsatzzeiten


Mit ihren Angeboten bissen die Augsburger bei der TSG jedoch bislang auf Granit. Der VfB wittert daher nun seine Chance. Kobel selbst plädierte zuletzt vehement dafür, in Zukunft dauerhaft zum Einsatz zu kommen und ​kann sich ein Schattendasein auf der Ersatzbank der Sinsheimer nunmehr kaum vorstellen. Ob eine Leihe für den VfB aber die bestmöglichste Lösung der Torhüterproblematik wäre, darf zumindest diskutiert werden.


Wie in Stuttgart mit dem Torhüterposten umgegangen wird, ist im Ländle ohnehin längst ein Reizthema. Anstatt auf die zahlreichen Talente aus den eigenen Reihen zu setzen, ließen die Schwaben in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche Torhüter ziehen. Odysseas Vlachodimos dem man einst im Jahre 2016 den Durchbruch bei den Profis nicht zugetraut hatte und der mittlerweile bei Benfica Lissabon gesetzt ist, gilt dabei nur als Spitze des Eisbergs. Auch im aktuellen Transferfenster trennte man sich neben Zieler bereits von Alexander Meyer und Florian Kastenmeier.