​Mit ​Sonny Kittel (26) hat der ​HSV seinen ​sechsten Neuzugang für den Profikader der nächsten Saison an der Angel. Ganz allmählich kristallisiert sich eine neue Achse im Mittelfeld der Rothosen heraus. Doch die Macher im Volkspark suchen weiter.


Mit Orel Mangala (21), der zum VfB Stuttgart zurückkehrt, verlässt der vielleicht beste Sechser der vergangenen Zweitliga-Saison die Rothosen. Für ihn fanden die Hamburger Verantwortlichen bereits früh einen Ersatz - David Kinsombi (23) wird den Part des Belgiers in der zentralen defensiven Mittelfeldposition einnehmen. Als Back-up für den früheren Storch hätte man Vasilije Janjicic (21) im Kader. 


Weiterhin Fragezeichen im Mittelfeld


Für das offensive Mittelfeld gibt es jedoch weiterhin Fragezeichen. Für die Rolle des scheidenden Lewis Holtby war eigentlich Berkay Özcan (21) auserkoren. Doch bislang kam der junge Türke (ein Wunschspieler von Ex-Trainer Hannes Wolf) nicht über gute Ansätze hinaus. 

Der Chef in der Kommandozentrale ist Aaron Hunt (32). Doch der Routinier ist bekanntermaßen überaus verletzungsanfällig, fiel in der vergangenen Spielzeit insgesamt zwölfmal aus (zehnmal alleine in der Rückrunde). Zwölf von vierunddreißig Spielen - mehr als ein Drittel der Spielzeit war Hunt nicht einsetzbar. Ein fitter Hunt jedoch - daran kann es ebenfalls keinen Zweifel geben -  ist für jede Mannschaft ein Gewinn. Zumal in einer Personalkonstellation, wie sie sich seit gestern beim HSV darstellt: mit einem Spieler wie Sonny Kittel. 


Der Ex-Ingolstädter und frühere Frankfurter kann im offensiven Bereich sehr variabel, sowohl zentral als auch auf den Außen eingesetzt werden. Dazu bringt er diese gewisse Galligkeit ein, die den meisten HSVern im letzten Jahr irgendwie abging. Fehlende Mentalität, vor allem bei den Führungsspielern, war von den Bossen in der Nachschau auf die vergangene Spielzeit als ein Hauptgrund dafür genannt worden, dass die gesteckten Ziele krachend verpasst wurden. Mit Kittels Verpflichtung wurde auch diesem Umstand Rechnung getragen. 


Neue Achse von Kinsombi über Hunt und Kittel bis Hinterseer


Eine Achse von Kinsombi über Hunt und Kittel bis hin zu einer mehr am Spiel partizipierenden Spitze, wie sie Lukas Hinterseer verkörpert, liest sich erst einmal ganz gut. Doch wie gesagt: dieses Haus ist (noch) auf instabilem Grund gebaut. Entsprechend werden Boldt, Hecking und Co. weiterhin Ausschau nach einem Zehner halten. In diesem Zusammenhang fällt seit einiger Zeit immer wieder der Name Marc Stendera. Doch sollten sich kolportierte Meldungen über dessen Forderung nach einer Stammplatzgarantie als der Wahrheit gemäß herausstellen, müssten die HSV-Verantwortlichen, der eigenen Glaubwürdigkeit und Stringenz wegen, von dieser Verpflichtung Abstand nehmen.