Für viele Akteure geht es in diesem Sommer erst später in die Sommerpause, denn die U21-Europameisterschaft in Italien und San Marino steht noch vor der Tür. Für das mit Spannung erwartete Turnier gibt es natürlich einige Favoriten, auf die es zu achten gilt. Doch auch die Underdogs könnten die großen Nationen richtig ärgern. Wir stellen euch die Außenseiter vor und zeigen, welche Chancen sie sich für die EM erhoffen können.


Polen

Der krasse Außenseiter aus Gruppe A ist definitiv die polnische Auswahl. Mit einem Marktwert von knapp 40 Millionen Euro, hängt man im Gegensatz zu den anderen Teams klar zurück. Doch abschreiben sollte man die Polen noch lange nicht, denn mit einer starken Teamleistung und einem reifen Spielverständnis setzte man sich bereits in der Qualifikation durch und kassierte in der gesamten Vorbereitung nur eine Niederlage.

Sebastian Szymanski

Sebastian Szymanski stand schon bei den Top-Klubs auf dem Zettel


Die Tür zur Endrunde ​stieß man erst in der Relegation auf, in der man Portugal in zwei Duellen ausschalten konnte. Dieser Erfolg kam nicht von ungefähr, denn die Polen deuteten immer wieder ihr Potential an. Unter Trainer Czeslaw Michniewicz konnten sich einige Akteure ins Rampenlicht spielen. Ihre zwei großen Stars sind dabei auch keine Unbekannten mehr, vor allem ein Name ist auch schon in der ​Bundesliga angekommen.


Dawid Kownacki ist ein 22-jähriger Stürmer und spielt bei ​Fortuna Düsseldorf. In Deutschland sorgte er mit ​guten Leistungen schon für Aufmerksamkeit, auch in der Nationalmannschaft gehört er zu den torgefährlichsten Spielern. Unterstützt wird er von einem weiteren Talent: Der zwei Jahre jüngere Sebastian Szymanski ist der kreative Offensivgeist der Polen und wird nach dem Sommer zu Dinamo Moskau wechseln. Ob die beiden Spielmacher auch bei der EM für Furore sorgen werden, bleibt abzuwarten, chancenlos sind die Polen aber sicher nicht.


Österreich

​Die Mannschaft der U21-Auswahl aus Österreich hat sich nach einer starken Qualifikation nicht unverdient in die Endrunde in Süddeutschland gespielt. Trotzdem gelten sie im Vergleich zu Nationen wie Frankreich, Spanien oder Deutschland eher als Außenseiter. In der Gruppe B werden sie unter anderem auf Deutschland oder Serbien treffen, in diesen Spielen dürfen sich die Österreicher allerdings trotzdem etwas ausrechnen.

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Während der Turniervorbereitung konnte man sogar die französische Auswahl schlagen


Denn auch in dieser Truppe steckt mehr Qualität, als man annehmen würde. Unter Trainer Werner Gregoritsch entwickelte sich die Mannschaft enorm weiter. Vor allem die Defensive steht sehr stabil und kann einige Erfahrung vorweisen. Spieler wie Kevin Danso, Stefan Posch, Philipp Lienhart und Marco Friedl konnten sich bereits auf hohem Niveau beweisen - und auch das führte zu nur sieben Gegentoren in der Qualifikationsrunde.


Doch auch offensiv haben die Österreicher einiges zu bieten. Dabei spielt natürlich die Jugendausbildung von RB Salzburg eine große Rolle. Mit Xaver Schlager und Hannes Wolf dürfen nämlich zwei Akteure auflaufen, die sich bereits auf die Zettel der europäischen Top-Klubs gespielt haben. Die beiden Salzburger verkörpern das wuchtige Offensivspiel der Gregoritsch-Elf und mit Punktgewinnen gegen Gruppengegner Dänemark und Serbien ist sogar die K.-o.-Runde erreichbar.


Rumänien

In der Gruppe C gibt es zwei Teams, die um den Gruppensieg kämpfen werden, die beiden anderen Nationen werden eher um den dritten Platz kämpfen - oder doch nicht? ​Die rumänische Auswahl wird es mit Frankreich, England und Kroatien zu tun bekommen. Während die ersten beiden Teams auf dem Papier schon feststehen, muss man auch Rumänien eine Überraschung zutrauen. Denn auch für die Osteuropäer lief die Qualifikation richtig gut.

Ionut Radu

Ionot Radu geht als Kapitän voran


Nicht eine Partie ging dort verloren, zudem kassierte man nur vier Gegentreffer. Als sehr reife Mannschaft ohne große spielerische Klasse sorgte die U21-Auswahl bereits für viel Aufmerksamkeit. Denn der Kader ist auch ohne große Top-Talente stark, in jedem Mannschaftsteil gibt es erfahrene und gestandene Akteure. Zudem debütierte fast jeder Spieler aus der Startelf bereits für die A-Nationalmannschaft.


Auf eine enorme Erfahrung kann auch der einzige und vielleicht größte Star der Rumänen zurückgreifen. Ionut Radu ist 22 Jahre alt und ein enormes Torhüter-Talent. Mit einem Marktwert von 15 Millionen Euro ist er der starke Rückhalt der Mannschaft, beim FC Genua kann er schon jetzt eine Saison als Stammkeeper vorweisen. Mit ihm zwischen den Pfosten ist Rumänien einiges zuzutrauen, doch auch die Konkurrenz ist stark aufgestellt.


Kroatien

​Der vierte und letzte große Außenseiter kommt ebenfalls aus dem Osten Europas. In derselben Gruppe wie die Rumänen kämpfen auch sie um die Außenseiterchancen auf die K.-o.-Runde. Dabei hat das Team von Nenad Gracan einige Stars aufzubieten, doch auch hier steht die Mannschaftsleistung im Vordergrund. Für Kroatien lief die Qualifikation ebenfalls fast perfekt, nur zwei Duelle konnte man nicht gewinnen.

Sandro Tonali,Manuel Locatelli,Kalaica Branimir

Die kroatische Auswahl ist sehr komplett und besitzt viele Stürmer


Um sich allerdings gegen die starken Engländer und Franzose durchzusetzen, bedarf es einem noch größeren Leistungssprung und Top-Leistungen der besten Spieler. Dabei kann man sich ähnlich wie in der A-Nationalmannschaft auch in der U21 auf starke Defensiv-Akteure verlassen, Spieler wie Filip Benković oder Borna Sosa spielen bereits auf allerhöchstem Niveau. Insgesamt steht die Verteidigung sehr sicher und ließ kaum etwas zu.


Allerdings wird es auch auf die Offensivspieler der Kroaten ankommen und ein Blick auf den Kader verrät, dass einige Spieler dort für Spektakel sorgen können. Allen voran Anführer Nikola Vlašić von ZSKA Moskau wird dabei für viel Torgefahr sorgen. Zusammen mit Bundesliga-Kicker Josip Brekalo bildet er ein torgefährliches Duo, das für eine große Überraschung sorgen könnte.