​Dass im heutigen Fußball Weiterverkaufsbeteiligungen in die Spielerverträge eingebaut werden, ist bekannt. Auch der ​HSV hat auf diese Art schon das eine oder andere Mal von Transfers ihrer Ex-Spieler profitiert (Son, Calhanoglu). Jetzt wird eine solche partizipatorische Klausel erneut aktiviert - und der Traditionsklub vom Volkspark kann sich auf einen (kleinen) Geldregen freuen.


In Zeiten finanzieller Not ist jeder unerwartete Groschen zusätzlich eine willkommene Erscheinung. Nun ist der ​Wechsel von Ex-HSV-Spieler Kerim Demirbay (25) von der TSG Hoffenheim 1899 zu Bayer 04 Leverkusen so neu auch nicht mehr, aber erst jetzt enthüllt das Hamburger Abendblatt, dass der HSV an diesem Deal beteiligt ist. 


Stattliche 32 Millionen Euro lässt sich Bayer die Dienste des zweimaligen Nationalspielers (ein Tor) kosten (transfermarkt.de). Bei einer branchenüblichen Beteiligung von zehn Prozent bedeutet das für den HSV eine Einnahme von knapp über drei Millionen Euro. Gutes Geld und vor allem wichtiges liquides Kapital, das die Rothosen wohl schon bald in neues Personal reinvestieren werden. 


Der Handlungsspielraum, obschon von Sportvorstand Jonas Boldt (37) als nicht eingeschränkt beurteilt ("Wir können auch ohne Transfereinnahmen Spieler verpflichten!"), wird nun auf jeden Fall größer. Zu den etwa sechs Millionen Euro für Filip Kostic, der bereits ein Jahr früher als geplant fix zur Eintracht Frankfurt wechselt, summieren sich diese Demirbay-Millionen und ergeben somit eine ganz ordentlich gefüllte Kriegskasse für den anstehenden Transfersommer. 


Kuriosum am Rande: Boldt profitiert nun beim HSV von seinem eigenen Handeln bei Bayer Leverkusen - gut zwei Wochen, nachdem Leverkusens Rekordeinkauf verkündet worden war, heuerte er beim HSV an.