Seit Mittwoch ist Borussia Dortmund einen der vielen Ladenhüter los. Der glücklose Alexander Isak schließt sich Real Sociedad San Sebastian an und wird künftig in Spanien einen zweiten Anlauf im Profifußball nehmen. Trotz seiner erfolgreichen Zeit bei Willem II Tilburg erhält er vorerst keine Chance mehr beim BVB - ein Fehler? Folgende Argumente sprechen sowohl für als auch gegen den Transfer.


Pro: Isak beginnt von vorne

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In Dortmund sind die Rollen im Angriff klar verteilt. Paco Alcácer und Mario Götze bilden das Duo für die Spitze, teilen sich die Aufgaben und machten ihre Arbeit in der abgelaufenen Spielzeit sehr gut. Dahinter ist derzeit kein Platz für einen dritten Stürmer, weshalb Isak bereits in der Rückrunde verliehen wurde. 


Die vergangene Halbserie war für ihn zwar ein Erfolg, doch in Dortmund sind seine Stärken und Schwächen bekannt. Bei Real Sociedad kann er hingegen gänzlich von vorne anfangen, sich dabei möglicherweise einen Platz in der ersten Mannschaft erspielen und neue Erfahrungen - insbesondere Spielpraxis - sammeln.


Pro: Der Kader wird ausgedünnt

Paco Alcacer,Thomas Delaney,Roman Buerki,Abdou Diallo

Rechnet man die übrigen Leihspieler, die Stand jetzt noch nicht verkauft oder erneut verliehen wurden hinzu, misst der Kader des Vizemeisters 34 Spieler. Insgesamt ist von neun Abgängen die Rede, demzufolge sollen noch acht Akteure abgegeben werden. Der Verkauf von Isak frischt das Transferbudget auf, entlastet den Etat und sorgt auch dafür, dass keine Unzufriedenheit im Angriff herrscht, da Alcácer und Götze keinen neuen Konkurrenten erhalten. 


Pro: Rückkaufoption

Michael Zorc

Wie die spanische AS berichtet, soll der BVB mit Real Sociedad eine Rückkaufoption vereinbart haben. ​Demnach könne Isak für 30 Millionen Euro nach Dortmund zurückkehren, sollte er bei den Basken überzeugen können. Die Aussage von Michael Zorc, dass man die Leistungen des 19-Jährigen genaustens beobachten werde, kommt daher wohl nicht von ungefähr. Denn klar wäre dann: Sollte er einschlagen und der BVB dringend einen neuen Stürmer benötigen, hätte man bereits ein Ass im Ärmel.


Contra: Die Höhe der Rückkaufoption

FBL-SWE-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-ISAK

Sollte die Klausel tatsächlich verankert worden sein, würde dies ein gewisses Risiko bedeuten. Einerseits verdeutlicht die Summe von 30 Millionen Euro die hohe Erwartungshaltung und den Glauben an das Potenzial von Isak, der Real Sociedad im Optimalfall auch eine höhere Ablösesumme in die Kassen spülen könnte. Andererseits klingen 30 Millionen Euro optimistisch für einen Spieler, der in der eigenen Mannschaft kaum eine Chance erhielt und nicht überzeugen konnte. Zudem ist nicht garantiert, dass Isak in Spanien eine positive Entwicklung nehmen wird.


Contra: Das Minusgeschäft

Alexander Isak

Angeblich soll der BVB 6,5 Millionen Euro für den 19-Jährigen erhalten haben, im Raum stehen zudem Bonuszahlungen in Höhe von etwa 500.000 Euro. Vor zweieinhalb Jahren griffen die Verantwortlichen tiefer in die Tasche und verpflichteten Isak für rund 8,6 Millionen Euro von AIK Solna. Das Defizit ist nicht allzu groß, doch das Scheitern des Angreifers kostete dem Verein rund zwei Millionen Euro.


Contra: Was, wenn die Verletzungssorgen anhalten?

Paco Alcacer

So eiskalt Paco Alcácer vor dem gegnerischen Tor ist: Der Spanier hatte in der abgelaufenen Saison mit vielen muskulären Problemen zu kämpfen. Nur vier Mal spielte er in der Bundesliga über 90 Minuten durch, wurde in 15 seiner 26 Einsätze eingewechselt. Doch was, wenn nicht nur er, sondern auch Mario Götze länger ausfallen sollten?


Eine wirkliche Alternative hat Lucien Favre dafür noch nicht gefunden. Auch deshalb steht seit Wochen die Verpflichtung eines dritten Stürmers im Raum, den man mit Isak zweifelsfrei gehabt hätte, doch ein weiteres Jahr auf der Bank hätte er sich wohl kaum angetan - zumal seine Qualität Stand jetzt noch nicht ausreicht, um sich in Dortmund durchzusetzen. 


Fazit: Das Positive überwiegt


Insgesamt ist der Transfer von Alexander Isak als Chance zu verstehen. Der 19-Jährige kann in einem neuen Umfeld und in einer neuen Liga noch einmal von vorne beginnen und seine Entwicklung vorantreiben, und später vielleicht einen Neuanfang beim BVB wagen. Dieser soll durch eine Rückkaufoption möglich gemacht werden. Dass ein Transfermodell solcher Art fruchten kann, beweisen andere Vereine Bayern München wie Bayer Leverkusen bereits in der Vergangenheit.