Es ist eine teilweise etwas merkwürdige Situation: Mike Frantz, Kapitän des ​SC Freiburg, könnte trotz seines großen Stellenwertes bei seinem derzeitigen Arbeitgeber und trotz eigenem Interesse an einem Verbleib wechseln. Der ​1. FC Nürnberg scheint Profit aus fehlender Freiburger Initiative schlagen zu wollen.

Im Sommer 2018 kam es beim SC Freiburg zu einer großen Veränderung im Team. Der langjährige Kapitän Julian Schuster beendete seine Karriere als aktiver Spieler und wechselte als Trainer in die vereinseigene Nachwuchsabteilung. Die Mannschaft wählte daraufhin Mike Frantz zum ersten Spielführer der sogenannten "Post-Schuster-Ära". In der abgelaufenen Saison kam Frantz auf 31 Bundesliga-Einsätze. Im Verein gilt er als hochgeschätzter Spieler.

Allerdings läuft sein aktueller Vertrag im Sommer 2020 aus. Trotz seiner enorm wichtigen Position innerhalb des Teams und seinem Ruf als sehr zuverlässiger Spieler, obwohl er leistungsbedingt nicht unersetzlich ist, hat der Verein wohl bisher noch keinen aktiven Versuch unternommen, den Vertrag verlängern zu wollen. Das ruft Berichten des kicker zufolge den 1. FC Nürnberg ​auf den Plan. Frantz hatte dort bereits von 2008 bis 2014 dort gespielt, und soll von seinem Ex-Club die Möglichkeit eines langfristigen Vertrags vorgelegt bekommen haben.

Da bilden sich trotz Verbundenheit und erhofftem Verbleib so manche Zweifel


Die Situation ist im Grunde sogar ziemlich kurios. Frantz habe​ eigentlich nichts dagegen, weiterhin für Freiburg zu spielen - im Gegenteil. Er soll sich dort sehr wohlfühlen und weiter in der Bundesliga spielen wollen. Dennoch nährt aber die bislang ausbleibende Initiative des Sportclubs Zweifel. Frantz pflege noch gute Kontakte zum "Club" aus Nürnberg.


Freiburgs Sportvorstand geht das Thema in Ruhe an, sagt laut kicker dazu: „Mike ist unser Kapitän auf dem Platz und außerhalb. Natürlich sind wir mit ihm im Dialog über eine gemeinsame Zukunft."


Auch wenn es bislang zu keinem entscheidenden Schritt gekommen ist, werden sich die beiden Parteien wohl schnell einig werden können. Im Grunde möchte weder der SC, noch Frantz selber, dass sich die Wege scheiden. Dennoch sei es eine Frage der Wertschätzung und auch eine wichtige Geste, dass der Verein nun auf Frantz zugeht.