​Achtzehn Jahre lang prangte die Stadionuhr des ​Hamburger SV an der Nordwestseite des Stadions. Sie zeigte die Anzahl der Jahre an, die der Klub seit Gründung der ​Bundesliga ununterbrochen in der ersten Spielklasse verbracht hatte - als einziger Verein Deutschlands. Jetzt wurde entschieden: die Uhr wird demontiert. 


Kritiker des Vereins - und derer gibt es auch in Hamburg einige - sahen in der Uhr das falsche Signal, monierten die damit verbundene Rückwärtsgewandheit statt einer optimistischen Ausrichtung hin zu einer besseren Zukunft. 


Das scheinen jetzt auch die Verantwortlichen im Volkspark selbst erkannt zu haben. Vorstandsboss ​Bernd Hoffmann: "Wir haben bereits zum Ende der vergangenen Saison entschieden, die Uhr abzubauen. Wir möchten uns in die Zukunft ausrichten. Da hilft der ständige Blick in den Rückspiegel nicht." 

Wenn es nach ihm gegangen wäre, wäre der Zeitnehmer wohl schon ein Jahr vorher, nämlich nach dem Abstieg 2017/18 aus dem weiten Rund entfernt worden. Doch damals war Hoffmann, als Mitglied des Aufsichtsrates, noch nicht in derlei operative Dinge eingebunden. Zwei Konzerte werden im Volksparkstadion noch stattfinden, danach rücken die Arbeiter heran und demontieren den Chronographen, der solange der Stolz der HSV-Fans war. 

Fussball: 1. BL 04/05, HSV/Training

Maskottchen und Original: Dino Hermann (li.) bleibt den Fans auch nach der Demontage der Uhr erhalten


Für den Mythos Dino indes bedeutet diese Demontage nicht das endgültige Aus. Das Vereinsmaskottchen "Dino Herrman" (ein schwarz-weiß-blauer Dinosaurier mit ausladenden Hüften und tolpatschigem Gang) bleibt dank seiner ungeheuren Popularität unter den Kids der Fangemeinde am Leben. "Hermann" übrigens zu Ehren des langjährigen Kult-Masseurs Hermann Rieger (1941-2014), der mehr als ein Vierteljahrhundert lang die Waden der HSV-Profis durchknetete.