Mit einem neuen Trainer kommen nicht nur neue Spielsysteme und -ideen, sondern auch neue oder andere Regeln. David Wagner, der nächste Trainer, der bei ​Schalke 04 für Kontinuität und Erfolg sorgen soll, ist da keine Ausnahme. Er hat als Coach bestimmte Prinzipien, Vorstellungen und Regeln, die er auch beim S04 umsetzen wollen wird.


Alles neu auf Schalke zur kommenden Saison - mal wieder. Neben neuen Direktoren und Spielern wird es vor allem an David Wagner liegen, als neuer Trainer wieder für Zusammenhalt, eine klare Spielphilosophie und Erfolge zu sorgen. Damit er als Trainer im Umgang mit der Mannschaft erfolgreich ist, setzt er auf verschiedene Tugenden und hat bestimmte Regeln vor Augen, auf die sich auch die Schalke-Spieler vorbereiten müssen.


Zusammenhalt und Teambuilding


Der Zusammenhalt in der Mannschaft und unter den Spielern ist ein elementarer Bestandteil der Wagner'schen Trainer-Art. Auf einer geschlossenen Einheit baut alles auf, sowohl der geforderte Spielstil als auch die Kommunikation miteinander. Wagner sei ein Fan von Teambuilding-Maßnahmen, wie die Sportbild berichtet. Als er im Sommer 2016 in Huddersfield den Posten als Trainer übernahm, war eine Art Boot-Camp für das Team einer der ersten Schritte. 

David Wagner

Wagner gilt als Motivator, der Spieler aber immer fair behandelt



Chris Löwe (Spieler unter Wagner) berichtet in der Sportbild davon, es sei wie eine Art Camping-Trip gewesen. Keine Handys für mehrere Tage, kein Luxus, Schlafen in Zelten und gemeinsame Ruder-Fahrten zur nächsten kleinen Insel. Das habe das Team zu einer verschworenen Einheit gemacht und als Grundlage für alles weitere gedient. Möglich also, dass Wagner in der Vorbereitung zu einem ähnlichen Mittel greift.


Häufigere Trainingseinheiten


Dass seine Spieler unter ihm an ihre Leistungsgrenze gehen sollen, müssen, aber auch können, ist bekannt. Wagner soll seine Spieler so trainieren und auch motivieren, dass sie für das Team und für den Erfolg sowohl neben, als auch auf dem Platz alles geben. Damit die Akteure das auch schaffen können, müssen sie so fit wie möglich sein. 


Damit das gegeben ist, ist Wagner in England einen ungewöhnlichen Schritt ​gegangen: Er hat die Trainingseinheiten erhöht. Aufgrund der langen Saison und der fehlenden Winterpause in den englischen Ligen war das für viele zunächst seltsam. Der Erfolg gab ihm schlussendlich aber recht. 


Auf Schalke wären doppelte Einheiten an manchen Tagen nichts grundlegend Neues, das gab es auch schon unter Breitenreiter, Weinzierl und Tedesco. Dennoch wird Wagner das S04-Team schnellstmöglich fit bekommen müssen. In der letzten Saison waren die Schalker häufig in Laufleistung ihren Gegnern unterlegen und auch Stevens mahnte während seiner Zeit die schwache Kondition einiger Spieler an.


Die Spielidee: Pressing, Pressing und noch mehr Pressing


Wagner, als enger Vertrauter von Klopp und ehemaliger "Schüler" von Ralf Rangnick in Hoffenheim, hat von den Ideen der beiden erfolgreichen Trainer profitiert. Seine Arbeit soll von beiden Einfluss genommen haben, dennoch verfolgt er seine eigenen Pläne und Umsetzungen. Dabei ganz wichtig und an erster Stelle: Das Pressing.

Diese laufintensive Einstellung baut sowohl auf der Disziplin bzw. dem "Team-Gedanken", als auch auf der Fitness auf. Dass man während des Spiels alles für seine Mitspieler gibt, ist essenziell. Das alles sind Grundvoraussetzungen, um als Spieler unter Wagner Erfolg zu haben und spielen zu können.

Kurze Ansprachen, Alkohol und das Motto "the sky is the limit"


Weiter berichtet die Sportbild zusammen mit Löwe, dass der gebürtige Frankfurter kein Freund von langen Ansprachen ist. Sie sollen "kurz und knackig" sein, dafür intensiv, emotional und motivierend. Seine Mannschaft soll direkt von Beginn eines Spiels an alles für den Erfolg geben.

Typische Verbote im Fußball, wie beispielsweise Rauchen oder Alkohol, soll es unter Wagner nicht geben. Er weist zwar auf deren Risiken - gerade auf Sportler bezogen - hin, verbietet sie jedoch nicht. Auch bei internen Abläufen wie beispielsweise dem gemeinsamen Frühstück, soll es eher locker zugehen. Zwar gebe es einen Zeitrahmen, an den sich jeder ausnahmslos zu halten habe, doch die Spieler müssten nicht alle zusammen oder zu einem bestimmten Zeitpunkt ankommen. Kontrollieren wolle der Coach das auch nicht - er gilt, solange es nach den vorgegebenen Regeln läuft, als Kumpel-Typ.

Was einige Schalker vermutlich auch gerne hören werden: Für Wagner gibt es nach oben keine Grenzen. Er schließe grundsätzlich erstmal nichts aus was Erfolge angeht, bemisst die Ziele jedoch mit Bedacht und Sorgfalt.

Er gilt zudem als ehrgeiziger Typ und wird dementsprechend auch auf Schalke Erfolge feiern wollen - ob das funktioniert, und wie schnell, steht momentan aber noch in ganz weit entfernten Sternen.