Die Transferaktivitäten beim ​FC Bayern stehen ganz im Zeichen von Leroy Sané. ​Der Nationalspieler hat wohl oberste Priorität, Timo Werner muss sich dagegen hinten anstellen. Doch was passiert, wenn Sané nicht kommen sollte und wie sieht es aus bei Jerome Boateng, Renato Sanches und einem möglichen Havertz-Deal? Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bringt Licht ins Dunkle.


Leroy Sané

Leroy Sane

"Ein Transfer ist immer ein Drei-Parteien-Geschäft. Erst muss sich der Spieler entscheiden, wo er seine Zukunft sieht", bekräftigte Rummenigge gegenüber der Sportbild erneut. Sané muss sich zunächst entscheiden: Verbleib bei ManCity oder Wechsel an die Isar. 


Glaubt man der Sportbild, tendiere die Familie eher in Richtung München, während sein Beraterteam auch eine Verlängerung in Manchester für eine gute Option hält. Als Ablöse werden 85 Millionen Euro genannt - was doch schon ungewöhnlich "günstig" wäre, gemäß den derzeitigen Summen.


Der Poker dürfte aber noch eine Weile weitergehen, eine schnelle Entscheidung, die besagten drei Parteien gerecht wird, ist noch nicht in Sicht. Leon Goretzka machte derweil schon einmal Werbung für seinen Schalke-Kumpel: "Er ist ein sehr guter Freund und würde uns sportlich weiterhelfen", sagte er nach dem ​8:0-Kantersieg des DFB-Teams gegen Estland.


Sané selbst blieb gelassen: "Ich gehe jetzt erstmal in Urlaub, und alles weitere wird man dann sehen. Das war's für die Bayern-Fragen. Dankeschön."


Timo Werner

Timo Werner

Der Saisonabschluss fand auch für Werner mit seinem Treffer nach seiner Einwechslung ein versöhnliches Ende. Der RB-Stürmer will weiter unbedingt zum FC Bayern - und offenbar nur zum FCB. An der Säbener Straße will man aber weiter eher einen ablösefreien Transfer im kommenden Jahr angehen.


"Mein Verhältnis zu Oliver Mintzlaff ist gut, ich habe vor sieben, acht Wochen zu ihm gesagt: Wenn wir seriöses Interesse an Timo Werner haben, werde ich auf ihn zukommen", so KHR zur Sportbild. Da dies bislang noch nicht passiert ist, spricht alles für die These, dass ein Werner-Wechsel in diesem Sommer nur als "Plan B oder C" zum Thema würde.


Kai Havertz

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Gar keinen Plan soll es bei Kai Havertz geben. "Ich weiß nicht, ob Kai Havertz eines Tages in München spielen wird. Ich bin kein Freund davon, Dinge im Voraus zu bestimmen, wenn dazwischen zwölf Monate liegen. Kai Havertz ist ein guter Spieler, darüber brauchen wir nicht zu sprechen. Aber er hat einen Vertrag bis 2022", erklärte KHR die Situation.


Die Bayern hätten sich erkundigt, von Leverkusen aber eine Absage für diesen Sommer erhalten. Weiter wolle und könne man nicht im Voraus planen (was im Gegensatz zu den offensichtlichen Werner-Plänen stehen würde). Bei Havertz, das weiß auch Rummenigge, dürfte die Konkurrenz im Sommer 2020 noch einmal erheblich größer sein als bei Werner.


In diesem Jahr wird es auf jeden Fall keinen Wechsel geben. "Ich hatte vor Wochen aus Interesse ein Gespräch mit Rudi Völler", erläuterte KHR. Dieser habe ihm gesagt: "Es gibt in Leverkusen einen Beschluss mit dem Aufsichtsratschef, Herrn Werner Wenning, dass der Spieler auf jeden Fall in der nächsten Saison."


Renato Sanches

Renato Sanches


Der Portugiese ist unzufrieden mit seiner Reservistenrolle und ​hatte zuletzt seine Wechselabsichten angedeutet. Eine mögliche Absicht, die es zu respektieren gelte, so Rummenigge, der aber auch betonte: "Der Trainer ist grundsätzlich mit ihm sehr zufrieden."


Aus Bayern-Sicht will man Sanches also wohl eher halten, bei einem entsprechenden Angebot würde man den Europameister von 2016 aber ziehen lassen. 


Jerome Boateng

Jerome Boateng


Anders gestaltet sich die Lage bei Jerome Boateng. Der Innenverteidiger will dem Vernehmen nach trotz Reservistenrolle gerne bleiben, die Bayern wollen ihn loswerden. "Ich glaube, wir müssen eine für beide Seiten seriöse und faire Lösung finden. Das halte ich grundsätzlich für möglich", so KHR zur Sportbild. Für rund 15 Millionen Euro wäre man wohl bereit Boateng abzugeben.