Seit 2015 ist Wolfgang Streubing Aufsichtsratsboss der Fußball-AG bei ​Eintracht Frankfurt. Er hat die letzten beiden erfolgreichen Jahre, sowohl mit Niko Kovac, als auch zuletzt gegen ihn, hautnah miterlebt. Vor allem zuletzt habe er mit dem kroatischen Übungsleiter, dem er noch freundschaftlich verbunden ist, mitgelitten.


Am Ende konnte sich Niko Kovac über das Double freuen. Die Meisterschaft gewann der 47-Jährige in seinem ersten Jahr auf Anhieb mit dem ​FC Bayern München, eine Woche später folgte der Sieg im DFB-Pokal. Doch wie die Bosse des Rekordmeisters, namentlich Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, mit ihrem Übungsleiter umgingen, ließ bereits während der Saison viel Kritik auf die beiden Macher der Münchner einprasseln.


Von Rückendeckung keine Spur. Vielmehr bekam man das Gefühl, dass Kovac immer und immer wieder den Medien zum Fraß vorgeworfen wurde und man nur darauf gewartet habe, ihn endlich vor die Türe zu setzen. Dann bekam der Coach aber doch irgendwie immer die Kurve. Die Fans allerdings hatten ihren Buhmann gefunden, und der saß auf der Trainerbank.


Von seinem Ex-Verein Eintracht Frankfurt gab es in Person von Wolfgang Streubing nun lobende Worte und viel Anerkennung für seine Leistung in München. „So würde ich meinen Trainer nie behandeln! Nie! Wenn mein Trainer einen Titel holt, würde ich ihm gratulieren. Und wenn ich was zu sagen hätte, würde ich Rummenigge das auch direkt so sagen. Ich würde meinem Trainer nie so wenig Akzeptanz und Ehrfurcht entgegen bringen“, so Streubing in der Münchner AZ.


Für den Aufsichtsratsboss ist es schlicht ein Unding, wie mit dem ehemaligen Eintracht-Coach umgegangen wurde. „Niko ist ein einwandfreier Charakter, ein bodenständiger, korrekter und sehr freundlicher Mensch. Das ist er auch bei den Bayern geblieben, obwohl es ihm da richtig dreckig ging“, wurde Streubing im kicker weiter zitiert.


Daher wünsche er den Bayern nur, sie „finden als seinen Nachfolger noch mal einen, der so korrekt, anständig und diszipliniert ist wie Niko. Das ist nämlich gar nicht so einfach.“ Nach den Dingen, die Streubing gelesen habe, hat Kovac „von Bayern München aber kein richtiges Dankeschön bekommen“. Tatsächlich dauerte es bis nach der Saison und den beiden gewonnenen Titeln, ehe sich Rummenigge und Hoeneß zu einer Entscheidung pro Kovac durchringen konnten. Bis zuletzt war über mögliche Nachfolger diskutiert und spekuliert worden. Nachvollziehbar, dass diese Dinge auch an den Nerven des Bayerntrainers gezerrt haben müssen.