​"Hallihallo, Halilovic!" - im bekannt plakativen Bild-Sprech begrüßte Deutschlands größte Tageszeitung einst den als neues Wunderkind titulierten ​Alen Halilovic (22) bei seiner Ankunft in Hamburg. "Balkan-Messi" und was nicht sonst noch alles waren die üblichen zugespitzten Lobpreisungen, mit denen bislang noch jeder Neuzugang, egal wo auf der Welt, euphorisch in Empfang genommen wird. Doch mittlerweile ist es verdammt ruhig geworden, um "Messi 2.0". 


Nach Spanien (​FC Barcelona, von daher das mit dem "Messi") über die deutsche Bundesliga und die Serie A nach - nein, nicht England, sondern Belgien. Für die großen Jungs reicht es bei dem kleinen Kroaten irgendwie immer noch nicht. Und vor lauter Ausleihen und Neustarts vergehen die Jahre, ohne dass man sich dessen bewusst wird. Bald schon wird Halilovic um die Mitte Zwanzig sein und sich fragen: Wo bin ich damals eigentlich falsch abgebogen? 


Man möge mich nicht missinterpretieren: Mit Sicherheit gibt es Schlechteres, als in Belgien als Profifußballer sein Geld zu verdienen. Zumal in solch einem Traditionsklub wie Standard Lüttich (1982 übrigens im Europapokal der Pokalsieger-Endspiel gegen Barça den gastgebenden Katalanen nur knapp mit 1:2 unterlegen). 


Wenn man aber bis vor drei Jahren noch als möglicher Nachfolger eines gewissen Lionel Messi gehandelt wurde, muss man diese Karriereleiter schon ein wenig kritischer beurteilen. 

Seit er - vergeblich - versucht hat, beim FC Barcelona seinem Ruf gerecht zu werden, und nach kaum erfolgreicheren Stationen beim ​HSV, auf Las Palmas und in Mailand, hat sich Alen Halilovic von seinem großen Ziel, irgendwann mal Weltklasseniveau zu erreichen, immer weiter entfernt. 


Auch in Lüttich konnte er sich nicht nachhaltig durchsetzen. Das Leihgeschäft zwischen den Flamen und dem AC Mailand ist bis zum Sommer 2020 befristet. Dass der belgische Traditionsklub an einer Verlängerung des Deals interessiert ist, erscheint ob der überschaubaren Leistungen des Kroaten mehr als zweifelhaft. Und auch im Kader der Rossoneri wird Halilovic im nächsten Jahr einen eher schweren Stand haben. Gut möglich, dass er dann seine Zelte erneut woanders aufschlagen wird. Und versuchen wird, seinem Ruf endlich mal gerecht zu werden.