​Der ​VfB Stuttgart nimmt den zweiten Abstieg innerhalb von nur drei Jahren derzeit zum Anlass, um jeden Stein umzudrehen. Die beiden Kaderplaner Sven Mislintat und Thomas Hitzlsperger zeigten dabei zuletzt durch die ​T​rennung vom langjährigen Kapitän Christian Gentner eindrucksvoll, dass sie bei ihrem Kahlschlag auch vor großen Namen nicht halt machen. Mit ​Dennis Aogo erhält nun ein weiterer Routinier keinen neuen Vertrag und wird den VfB Stuttgart in diesem Sommer verlassen.


Wie Gentner, kann auch Aogo auf jede Menge Pflichtspiele in der Bundesliga zurückblicken und galt einst als deutscher Nationalspieler gar als großer Hoffnungsträger auf der linken Abwehrseite. Beim VfB hingegen, wurde der mittlerweile 32-Jährige seit seinem Wechsel vom FC Schalke 04 an den Neckar im Sommer 2017 zumeist im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Dauerhaft überzeugen konnte der gebürtige Karlsruher dabei aber nicht wirklich und brachte es daher nach 30 Einsätzen in der Vor-Saison in der abgelaufenen Spielzeit lediglich auf 17 Pflichtspiele.

Dennis Aogo

Dennis Aogo passt nicht mehr ins neue Anforderungsprofil der Schwaben


Da der bisherige Vertrag des erfahrenen Mittelfeldspielers in diesem Sommer ausläuft, stellte sich bereits seit geraumer Zeit die Frage, ob zum einen der Spieler selbst einen Gang in die Zweite Liga mittragen würde, und ob zum anderen auch die VfB-Verantwortlichen von einer weiteren Zusammenarbeit zu überzeugen sind. 


Nachdem der kicker bereits zuvor darüber berichtet hatte, dass im Ländle alles auf eine Trennung hinausläuft, sorgte der Absteiger am Dienstagvormittag mit einer offiziellen  Bekanntgabe für Klarheit. Demnach haben sich die sportliche Leitung und der Mittelfeldspieler darauf verständigt, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Inwiefern es sich dabei tatsächlich um eine gemeinschaftliche Entscheidung handelt, oder Aogo schlussendlich vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, kann lediglich spekuliert werden.


Wie in der Branche so üblich, nutze ​Sportvorstand Thomas Hitzlsperger die Möglichkeit seinem Schützling dafür zu danken, dass er in den vergangen beiden Jahren "stets eine professionelle Einstellung gezeigt und alles für den Verein gegeben" habe. "Aufgrund der neuen sportlichen Ausrichtung haben wir uns jedoch dazu entschlossen, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern", so der 37-Jährige.

Thomas Hitzlsperger

Thomas Hitzlsperger ist dabei, dem VfB ein neues Gesicht zu verleihen


Wenn man dabei zwischen den Zeilen liest, klingt es so, als sei der Impuls der Trennung vor allem vonseiten des Vereins ausgegangen. Da Aogo aber auf eine bewegte Karriere zurückblicken kann und mit den Mechanismen im Fußball sehr vertraut ist, zeigte er in einer Stellungsnahme keinerlei Groll gegenüber den Entscheidern und wünschte dem gesamten Verein den sofortigen Wiederaufstieg. "Ich habe mich beim VfB und in Stuttgart sehr wohl gefühlt. Mein Dank gilt den Sport-Verantwortlichen und insbesondere auch dem Team hinter dem Team sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Vereins", so der Ex-Nationalspieler.


Seine Schuhe an den Nagel hängen wird der Mittelfeldmotor dabei trotz dieses persönlichen Rückschlages aller Voraussicht nach noch nicht. Vielmehr hatte er bereits in der jüngsten Vergangenheit stets betont seine Karriere noch für eine Weile fortzuführen und unterstrich diese Einstellung auch jetzt in dem er zu Protokoll gab, dass er sich nun auf eine "neue Herausforderung" freue. Wo es den Linksfuß schlussendlich hinziehen wird, steht indes noch in den Sternen.