Der Belgier ​Axel Witsel war einer der entscheidenen Faktoren in der Saison von ​Borussia Dortmund. Der 30-Jährige wechselte vergangenen Sommer aus China ins Ruhrgebiet und konnte von Anfang an überzeugen. Doch im Laufe der Rückrunde wendete sich das Blatt, wie auch bei ganz Borussia Dortmund. Das Spiel von Witsel wirkte müde, verlangsamt und ohne Elan. War die hohe Belastung eine Ursache für den Formabfall?


Axel Witsel weilt momentan im Kreise der belgischen Nationalmannschaft. Wird er heute Abend im Spiel gegen Schottland eingesetzt, ist es der 50. Saisoneinsatz für den 102-fachen Nationalspieler im Trikot vom BVB und des Nationalteams. Der Mittelfeldmotor war in dieser Saison ein absoluter Dauerbrenner. Für Dortmund absolvierte der Spieler 43 von möglichen 45 Pflichtspielen und ist noch vor Stammkeeper Roman Bürki der Spieler mit den meisten gespielten Minuten (3704 gegenüber 3630 Minuten).


Die abfallende Qualität in der Rückrunde könnte sich somit durch die hohe Einsatzbelastung erklären. Auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc mutmaßt, dass es einen Zusammenhang zwischen der hohen Belastung und die sinkenden Leistungen des Belgiers gab: "Es ist schwer zu sagen, ob er am Ende überspielt war, [...] darüber kann man nur Vermutungen anstellen", wird der Sportdirektor vom kicker zitiert. "Er war es aus der chinesischen Liga nicht unbedingt gewohnt, jeden dritten Tag Top-Leistungen bringen zu müssen."

FBL-EURO-2020-QUALIFIER-BEL-KAZ

Fester Bestandteil des belgischen Nationalteams: Axel Witsel (obere Reihe, Mitte)


Die Umstellung auf das hohe Pensum der deutschen Liga könnte also eine Ursache für Witsels Leistungen sein. Der Kraftakku des lauffreudigen Mittelfeldspielers war möglicherweise nach der Winterpause aufgebraucht gewesen, weshalb der 30-Jährige anschließend auf dem Zahnfleisch spielte. Möglicherweise war die Fitness der Belgiers noch nicht auf die deutsche Liga angepasst.


Kommende Saison soll dies allerdings nicht mehr passieren. Wie alle BVB-Spieler, die momentan mit ihren Nationalteams auf Länderspielreise sind, bekommt Witsel vom Sportdirektor Zorc eine Extra-Woche Urlaub geschenkt, wodurch der Belgier erst wieder am dem 10. Juli in Dortmund auftauchen muss. Bei der Borussia hofft man, dass Witsel sich nach einem Jahr an den Rhythmus in Deutschland gewöhnt hat und die kommende Saison konstant hochklassig spielen kann.