​Der ​VfB Stuttgart muss derzeit den ​zweiten Abstieg innerhalb von nur drei Jahren verdauen. Unlängst verkündeten die Kaderplaner der Schwaben, dass sie ab der kommenden Saison ​ohne ihren bisherigen Kapitän Christian Gentner auflaufen werden. Der neue Coach Tim Walter steht daher vor der Aufgabe eine neue Hierarchie zu formen. Mit Timo Baumgartl könnte nun womöglich eine weite Identifikationsfigur wegfallen.


Wenn im Umfeld der Mercedes-Benz Arena von echten VfBlern die Rede ist, fällt nicht selten der Name des 23-jährigen Verteidigers. Der gebürtige Böblinger läuft schließlich bereits seit 2011 für die Männer mit dem roten Brustring auf und konnte sich von der U17 bis hin in den Profibereich hocharbeiten. Seit 2015 ist der Innenverteidiger nun bereits fester Teil der ersten Mannschaft und kann in jungen Jahren bereits stolze 121 Pflichtspiele vorweisen.

Timo Baumgartl

Die Entwicklung von Timo Baumgartl stagnierte zuletzt



Einen wichtigen Entwicklungsschritt legte der U21-Nationalspieler dabei in der Zweitligasaison im Jahre 2016/17 hin. Sichtlich gereift, setzte sich die positive Entwicklung des Youngsters in der Folgesaison auch im deutschen Oberhaus fort. Die gerade abgelaufene Spielzeit verlief für den Defensivspieler, wie bei so ziemlich jedem seiner Teamkollegen, aber alles andere als zufriedenstellend. 


In der Hinrunde unter Tayfun Korkut noch absolut gesetzt, zog sich Baumgartl kurz nach dem Start in die Rückrunde eine folgenschwere Gehirnerschütterung zu und hatte in der Folge seine liebe Müh und Not, unter den beiden Folgetrainern Markus Weinzierl und Nico Willig Fuß zu fassen. Aus dem absoluten Stammspieler von einst wurde ein Dauerreservist, der in der zweiten Saisonhälfte schlussendlich auf gerade einmal drei Pflichtspieleinsätze kam. Deutlich zu wenig für die ambitionierten Ansprüche des ehrgeizigen Schwaben.


Dass der zweite Abstieg in der Karriereplanung des Innenverteidigers alles andere als vorgesehen war, liegt auf der Hand. Derzeit bereitet sich der VfB-Profi mit seinen Nationalmannschaftskollegen auf die anstehende U21-Europameisterschaft vor. Angesprochen auf seine persönliche Zukunft ließ Baumgartl dabei gegenüber der BILD mit einem Statement aufhorchen. "Ich konzentriere mich erst einmal auf die Europameisterschaft, die hat absolute Priorität. Was dann passiert, wird man sehen. Ich bin 23 Jahre, irgendwann möchte ich den nächsten Schritt machen, das ist klar", so der Verteidiger.

Tim Walter

Tim Walter hat genaue Vorstellungen, wie der VfB in Zukunft spielen soll



Ob seine Überlegungen hinsichtlich einer Luftveränderung bereits in diesem Sommer konkreter werden könnten, ließ der VfB-Hoffnungsträger offen. Klar sei lediglich, dass er sich "natürlich weiterentwickeln" wolle. Ob der 1,90-Meter-Schlaks auch weiterhin von dem eingeschlagen Weg seines aktuellen Arbeitgebers überzeugt ist, darf zumindest bezweifelt werden. Der pikante Fakt, dass der zweikampfstarke Abwehrspieler erst unlängst mit dem ehemaligen Bayern-Manager Christian Nerlinger einen neuen persönlichen Berater ins Boot holte, schürt bei den VfB-Anhängern die Befürchtung auf eine baldige Trennung zusätzlich.


In welche Richtung das Pendel schlussendlich ausschlagen wird, dürfte in entscheidendem Ausmaß auch von dem ​neuen VfB-Coach Tim Walter abhängen und inwiefern dessen Neuaufbau der Stuttgarter Baumgartl als tragende Säule vorsieht. Da der ehemalige Übungsleiter von Holstein Kiel viel Wert auf einen gepflegten Spielaufbau legt und dies bislang noch nicht zu den Paradedisziplinen seines Schützlings zählt, wird man in Zukunft womöglich dauerhaft auf die Dienste von Baumgartl verzichten. Da der Spieler noch bis 2022 vertraglich an den VfB gebunden ist, müsste aber sowieso zunächst einmal ein potenter Abnehmer gefunden werden.