Seitdem Joel Matip aus der Bundesliga vom ​FC Schalke 04 nach England zum ​FC Liverpool wechselte, ist der Innenverteidiger etwas aus dem Fokus geraten. Mit dem Gewinn der Champions League vor wenigen Tagen aber hat auch er sich die europäische Krone aufsetzen dürfen. Gegenüber der Sport Bild sprach er nun über diesen Erfolg, seinen Trainer und seinen Exklub.


Während alle Welt über Virgil van Dijk, den neuen Innenverteidigerhelden modernster Prägung spricht, geht etwas unter, dass auch sein Nebenmann Joel Matip gehörigen Anteil am Erfolg des FC Liverpool in dieser Saison hatte. Der aus der Jugend des VfL Bochum und FC Schalke 04 stammende Abwehrspieler machte 31 Pflichtspiele für die Reds in dieser Saison und war ebenso gesetzt, wenn er nicht verletzt war, wie sein niederländischer Kollege.


Mit nun 27 Jahren ist der 27-malige Nationalspieler Kameruns nun endlich am Zenit angekommen. Den Erfolg aber zu verarbeiten, dass fällt ihm immer noch nicht leicht, wie er im Interview mit der Boulevardzeitung zugibt. „Was unser Sieg ausgelöst hat, ist einfach der totale Wahnsinn! Eine ganze Stadt in Rot bei unserer Parade durch Liverpools Straßen nach der Rückkehr aus Madrid. Die pure Freude – wie im Rausch. Da brennen sich unfassbare Bilder fest, die ewig im Kopf bleiben.“


Als entscheidende Komponente sieht er dabei seinen Trainer. „Klopp ist der entscheidende Faktor. Er hat die Mannschaft zusammengestellt und dahin geführt, wo sie jetzt steht. Keine Frage, Kloppo ist der Vater dieses Triumphs.“ Der ehemalige Dortmunder Coach übernahm im Sommer 2015 eine Mannschaft, die ins Mittelfeld abzurutschen drohte. Nach vier Jahren hat er die Reds an die europäische Spitze geführt.


Dass beide eine höchst unterschiedliche Vergangenheit haben, die vielleicht eher zu Reibereien führen könnte mit Klopps Dortmunder und Matips Schalker Vergangenheit, wird dagegen humorvoll genommen. Beide ziehen sich schon mal auf, jenachdem, wie die Ergebnisse am Wochenende in der Bundesliga waren. Eine Rückkehr nach Deutschland aber möchte Matip nicht ausschließen. „Im Fußball ist ja nichts unmöglich. Aktuell habe ich noch zwei Jahre Vertrag bei den Reds. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Verletzungen fühle ich mich mittlerweile in Liverpool rundum wohl. Dazu bin ich als Spieler und Mensch hier in England reifer und erwachsener geworden.“


Dass er aber mit Schalke gelitten hatte in der abgelaufenen Saison, konnte er nicht verhehlen. „In meinem Herzen ist noch immer viel Platz für Schalke. Das hört nie auf. Dementsprechend groß waren zuletzt auch meine Sorgen um diesen Klub. Ich versuche, möglichst jedes Spiel im Fernsehen zu schauen. Zur neuen Saison kann’s eigentlich nur besser werden.“ Während bei Schalke noch viel Luft nach oben ist, ist für Matip bei Liverpool eigentlich nicht so viel mehr möglich. Vielleicht eine Meisterschaft. Und die wird er sicher mit seinem Coach in der neuen Saison wieder angehen.