​Seine erste von zwei dreijährigen Phasen beim HSV (von 2005 - 2008) war eine rundherum positive Geschichte. Für den Spieler, für den Verein und somit letzten Endes auch für die (damals schon) leidgeprüften HSV-Fans. Gegenüber dem Fußball-Magazin 11freunde wagt ​Rafael van der Vaart (35) jetzt einen nostalgischen Blick zurück - um aber auch sofort wieder nach vorne zu schauen. 


Dribblings, geniale Pässe, Weitschüsse (die ihr Ziel auch fanden) - was vdV in seiner ersten Hamburger Zeit ablieferte war allererste Sahne. So gut, dass schon bald Klubs wie ​Real Madrid auf den jungen Holländer aufmerksam wurden (wenn sie es nicht schon vorher waren). Sein Erfolgsgeheimnis ist dabei so einfach wie effizient: an seine eigenen Stärken glauben. "Ich habe immer geglaubt, dass ich der Beste der Welt bin. Das glaube ich heute noch. Wenn ich nicht daran geglaubt hätte, wer sonst?", fragt der Holländer rhetorisch. "Im Spitzenfußball ist diese Denkweise einfach eine Strategie. Ich habe gelernt, immer wieder aufzustehen und alles abzuschütteln, wenn es mal schlecht lief im Leben." Sicherlich keine schlechte Herangehensweise. 


Lob hat der kleine Engel auch für seinen damaligen Mentor beim HSV, den Trainer Thomas Doll: "Doll hat mich als Trainer richtig eingeschätzt. Er war der ideale Mann zu dieser Zeit." Und liefert auch gleich die Begründung hinterher: "Er war auch Zehner. Er hat mein Spiel verstanden und viel mit mir geredet." 

Thomas Doll,Rafael van der Vaart

Schnickschnackschnuck mit dem Trainer: van der Vaart und sein HSV-Coach Thomas Doll 



Für den neuen starken Mann an der Seitenlinie im Volkspark findet van der Vaart ebenfalls nur positive Worte: "Wir haben hier schon einige Trainer gehabt, aber Hecking finde ich gut. Der hat Erfahrung und ist authentisch. Das braucht der HSV." 


Am Ende hat der Holländer auch noch einen Wunsch bezüglich der langfristigen Strategie bei Spielerverpflichtungen: "Ich würde gern etwas mehr Hamburger Jungs in der Mannschaft sehen. Es ist eine gute Gelegenheit, damit anzufangen. Die besten Talente der Region müssen für den HSV spielen." Das dürfte das überwältigende Gros der Anhänger genauso sehen. In diesem Punkt hat es Rafa sogar selbst in der Hand, erzieherisch darauf hinzuwirken: sein in Hamburg lebender Sohn Damian (13), dem das Talent seines Vaters attestiert wird, kickt zur Zeit noch beim Lokalrivalen SC Victoria.