​Dass Zahlen allein im Fußball manchmal in die Irre führen können, ist ein alter Hut. Ballbesitzquoten von bis zu sechzig Prozent, abgegebene Torschüsse - alles keine verlässlichen Daten, um den Ausgang eines Spiels vorherbestimmen zu können. Auch der ​Hamburger SV kann mit einer beeindruckenden Statistik aus der vergangenen Saison aufwarten - genützt hat es ihm am Ende herzlich wenig. 


17 Auswärtsspiele hat der HSV in der abgelaufenen Zweitligasaison bestritten - und dabei nur 20 Gegentore kassiert! Das macht einen Schnitt von gerade einmal 1,18 gegnerischen Treffern. Damit belegt der Traditionsklub vom Volkspark in dieser Sparte den ersten Rang. 

Und eigentlich ist eine solche Bilanz eine solide Grundlage, um die sportlichen Ziele zu erreichen. Doch wir wissen, wie es ausgegangen ist. 


Vor allem an der Heimbilanz kann man gut festmachen, woran es den Rothosen fast über die gesamte Spielzeit hinweg mangelte: am Toreschießen. Insgesamt schossen die Hamburger nur 45 Treffer (nur sechs Teams trafen seltener!). Schon erschreckend genug - doch wirklich dramatisch wird es, wenn man die Heimbilanz untersucht: in 17 Auftritten im Volkspark schoss der HSV beinahe wahnwitzig anmutende 21 Tore. Nur der 1.FC Magdeburg (16), der FC Ingolstadt (20), Erzgebirge Aue (20) und ​Jahn Regensburg (19) trafen seltener. Die beiden erstgenannten in dieser Aufzählung sind mittlerweile in die Dritte Liga abgestiegen. Der Jahn konnte seine mickrige Heimtore-Bilanz wenigstens auswärts ausgleichen: mit 36 Treffern (davon alleine fünf im Volkspark) stellten die Regensburger die stärkste Auswärtsoffensive der Zweiten Liga.