​Wenn von Spielern die Rede ist, die ihr volles Potenzial nur selten zur vollen Entfaltung bringen, fiel in den letzten Jahren häufig der Name ​Marko Marin. Einst als neuer Hoffnungsschimmer am deutschen Fußballhimmel gefeiert, wagte der ehemalige Bremer vor mittlerweile sieben Jahre den Sprung ins Ausland, konnte sich dort aber nirgends dauerhaft durchsetzen. Nun jedoch, hat der Mittelfeldspieler allem Anschein nach sein Glück doch gefunden.


Dass das Ziel seiner langen Reise durch zahlreiche Ligen Europas, schlussendlich ​im Sommer 2018 beim serbischen Traditionsverein Roter Stern Belgrad enden würde, hätte sich wohl auch der 1,70 kleine Tempodribbler vor wenigen Jahren kaum vorstellen können. Der Wechsel, der auf den sozialen Medien mit einer gehörigen Prise Hohn und Spott begleitet wurde, entpuppte sich aber schnell für alle Beteiligten als ein echter Glücksfall.

FBL-EUR-C1-BELGRADE-LIVERPOOL

Marko Marin war in der abgelaufenen Saison kaum aufzuhalten



So konnte sich der ehemalige deutsche Nationalspieler schnell einen Stammplatz erarbeiten und brachte es im Saisonverlauf auf stolze 31 Pflichtspieleinsätze. Dabei machte der mittlerweile 30-Jährige zeitweise den Eindruck, als sei er in einen Jungbrunnen gesprungen und narrte mit seinen flinken Dribblings nicht nur die Gegenspieler in der heimischen Liga, sondern trumpfte auch in der Gruppenphase der Champions League unter anderem mit zwei Torvorlagen beim Spiel gegen den späteren Titelträger FC Liverpool groß auf.


Da der Rechtsfuß auch in der serbischen SuperLiga insgesamt an 14 Treffern des am Ende souveränen Meisters direkt beteiligt war, wurde dem deutschen Exportschlager im vergangenen Mai die besondere Ehre zuteil, als bester Spieler der Saison ausgezeichnet zu werden. Bereits im März hatten die mehr als zufriedenen Kaderplaner des Hauptstadtklubs das Arbeitspapier des Routiniers vorzeitig bis zum Sommer 2021 ausgeweitet.

Fc Partizan v Olympiacos - UEFA Champions League Qualifying Third Round: First Leg

Aus dem schüchternen Talent von damals ist ein Führungsspieler geworden



Der zweite Frühling des kleinen Wirbelwinds, der in den Jugendmannschaften von​ Eintracht Frankfurt und später ​Borussia Mönchengladbach ausgebildet worden war, wurde vor kurzem nun auch im großen Marktwert-Update von transfermarkt.de berücksichtigt. Dabei wurde der Wert des Offensivspielers von ehemals 3,5 Millionen auf nun 5 Millionen Euro angehoben. Kein anderer Spieler im serbischen Oberhaus eine solch hohe Bewertung vorweisen. Chapeau, Herr Marin!