​In knapp einer Woche startet die ​Europameisterschaft der U21-Auswahlen. Vor kurzem musste daher Bundestrainer Stefan Kuntz die schwere Aufgabe absolvieren und aus einem großen Pool voller aussichtsreicher Talenten seinen ​23-Mann-Kader auswählen. Besonders froh über ihre Berücksichtigung waren dabei Arne Maier und ​Nadiem Amiri, hatten beide Spieler doch bis zuletzt noch mit Verletzungen zu kämpfen.


Sowohl Nadiem Amiri für die ​TSG 1899 Hoffenheim, als auch Arne Maier, seines Zeichens Mittelfeldaktuer von ​Hertha BSC, können auf eine aus persönlicher Sicht durchaus vorzeigefähige Saison zurückblicken. Dabei verlief die abgelaufene Spielzeit für beide Spieler jedoch etwas gegensätzlich. So wusste der Hertha-Youngster vor allem in der Hinrunde zu überzeugen und baute in der zweiten Saisonhälfte etwas ab. Amiri hingegen fiel für weite Strecken der Hinrunde aus, konnte sich dafür ab der Winterpause wieder mehr Spielzeit erarbeiten.


Rein sportlich waren beide Bundesligaspieler daher im EM-Kader quasi gesetzt. Problem nur, dass beide Spieler ausgerechnet gegen Ende der Saison mit einigen körperlichen Beschwerden zu kämpfen hatten. Amiri etwa erlitt so am vorletzten Spieltag einen Außenbandriss am Sprunggelenk. Sein DFB-Teamkollege aus der Hauptstadt ereilte mit einem ​Innenbandriss im Knie vor rund zwei Monaten sogar noch ein schlimmeres Schicksal. Eine Berufung für die EM in Italien und San Marino stand für beide Akteure daher lange auf der Kippe.

Nadiem Amiri

Nadiem Amiri besticht mit einer exzellenten Ballbehandlung



In einem Interview mit DFB.de, erläuterten die beiden Hoffnungsträger nun ihren aktuellen Ftinesszustand und zeigten sich dabei sehr zielstrebig. Laut Amiri selbst fühlt sich der TSG-Profi mittlerweile wieder sehr gut und kann bereits wieder "in vollem Umfang mit der Mannschaft trainieren". Auch Maier zeigte sich ob seines Genesungsprozesses sehr zufrieden und erklärte, dass er ebenfalls bereits wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen sei. Bis zum EM-Auftakt gegen Dänemark wolle er wieder "bei 100 Prozent Leistungsfähigkeit sein".


Beide Spieler gaben im Verlauf des Gesprächs unumwunden zu, dass sie sich in den vergangenen Wochen durchaus Gedanken darüber gemacht hatten, dass die EM womöglich nach ihren Verletzungen einen Tacken zu früh kommen könnte. Umso größer fiel daher die Erleichterung aus, als klar war, dass sie den Sprung in den Kader gepackt haben. Maier nutze dabei die Chance in diesem Zusammenhang ausdrücklich auch den "Docs und Physios beim Verein und beim DFB" zu danken, ohne deren gute Arbeit eine so schnelle Rückkehr nicht möglich gewesen wäre.


Auch Amiri zeigte sich sehr dankbar, "für die Chance, wieder bei einer EM dabei sein zu dürfen" und betonte, was für ein schönes Gefühl es gewesen war, als er beim Testspiel gegen eine Südtiroler Landesauswahl wieder auf dem Rasen stand. Dass der 12:0 Sieg in dieser Partie freilich kein wirklicher Härtetest war, ist beiden Spieler selbstverständlich klar.

Arne Maier

Arne Maier gilt als eines der größten Talente auf der Sechs



Unterm Stich zogen beide Kuntz-Schützlinge nach dem Trainingslager in Südtirol ein sehr positives Fazit und versicherten unisono, dass die Mannschaft sehr konzentriert auf das Ziel EM hingearbeitet habe. "Wir wollen unsere Gruppe als Erster abschließen und uns für die Olympischen Spiele qualifizieren. Dafür wurde in jeder Einheit alles gegeben. Das habe ich auch von außen gesehen, wenn ich individuell auf dem Nebenplatz trainiert habe", so Maier. Amiri lobte zudem die Spezialeinheit mit Coach Esume, die der Mannschaft noch einmal verdeutlicht habe, wie wichtig es sei sich als Mannschaft, ähnlich wie im Football, gegenseitig zu pushen.


Diese mannschaftliche Geschlossenheit ist nach Ansicht der Beiden im Kader der U21 aber ohnehin absolut gegeben. Dabei zeugten die Nationalspieler auch denjenigen Spielern aus dem erweiterten Kader Respekt, die den Sprung auf den EM-Zug im letzten Moment verpasst hatten. Anstatt Groll gegen Bundestrainer Stefan Kuntz aufkommen zu lassen, seien die Nicht-Berücksichtigen sofort dazu übergegangen, den EM-Teilnehmern alles gute zu wünschen. "Dass sie uns direkt viel Erfolg gewünscht haben und uns die Daumen drücken, zeigt, was wir für eine eingeschworene Truppe sind", so der Tempodribbler aus dem Kraichgau.