Dass das Weserstadion nach 72 Jahren ​umbenannt wird, sorgt bei den Fans des ​SV Werder Bremen für ​Ärger. Wie ​Deichstube berichtet, rufen die Ultras daher zum Protest auf.


Ab dem 1. Juli wird Werder Bremen im 'Wohninvest Weserstadion' auflaufen. Mit dem Immobilienunternehmen schloss der Verein einen Zehnjahresvertrag ab, der insgesamt 30 Millionen Euro in die klammen Vereinskassen spülen soll. Das Geld wird dringend benötigt, doch die Fans können sich darüber nur bedingt freuen.


Als einer der wenigen Vereine behielt Werder den ursprünglichen Stadionnamen über Jahre bei, obwohl die Namensrechte zuvor an das Versorgungsunternehmen EWE verkauft wurden. Die Wohninvest Holding GmbH macht nun von den Namensrechten Gebrauch, der Klub zieht damit den Zorn der Fans auf sich.


Nachdem den Verantwortlichen bereits "intransparentes und unehrliches Handeln" vorgeworfen wurde, ruft die Ultra-Gruppierung 'HB Crew' nun zu einer Demonstration an Pfingstmontag (10. Juni) auf. Das Motto: "Weserstadion unantastbar."

Werder Bremen v FC Bayern Muenchen - DFB Cup

      Teile der Fans des SV Werder Bremen gehen nach dem Verkauf der Namensrechte für das Weserstadion nun auf die Straße


Um 14 Uhr sollen sich die Teilnehmer am Bremer Marktplatz treffen, von dort aus wolle man zum Stadion marschieren. In einer Stellungnahme ließ die Gruppierung verlauten: "Wir lehnen diesen Verkauf der Namensrechte in aller Deutlichkeit ab. Ohne derartige Identifikationsmerkmale wie dem Stadionnamen können die Emotionen, die der Fußball hervorruft, nicht entstehen. Identifikation ist daher nicht bloß netter Nebeneffekt des Profifußballgeschäfts, sondern der Grund für dessen wirtschaftlichen Erfolg."


Für besonderen Ärger sorgt der künftige Namensträger, da das Unternehmen angeblich zu steigenden Mietpreisen beitrage und Wohnraum "kein Investitionsobjekt" sei. Daher fordere man "alle Menschen, die mit dem Namen Weserstadion emotional verbunden sind, aber auch alle, die sich gegen Wohnungsnot, steigende Mieten und ihre Verantwortlichen richten" zur Teilnahme an der geplanten Demonstration auf.