Dass der ​FC Bayern München öffentlich so stark um einen Spieler wirbt, war in den vergangenen Jahren alles andere als Gang und Gäbe beim Rekordmeister. Nun aber haben die Verantwortlichen ihr Interesse an ​Leroy Sané mehrfach bekräftigt, betonen aber stets, wie schwierig eine tatsächliche Verpflichtung sei. Laut Uli Hoeneß ist ein Transfer unwahrscheinlich, weshalb sich die Frage stellt: Was passiert, wenn er fehlschlägt?


Ob in der Führungsetage oder bei der ​Nationalmannschaft, das Thema Leroy Sané ist überall in aller Munde. Der Flügelspieler könnte das neue Gesicht des FC Bayern werden, Manchester City hingegen will ihn um jeden Preis halten. Eine Vertragsverlängerung blieb bislang zwar aus, doch angenommen, Sané entscheidet sich gegen eine Rückkehr in die Bundesliga: Was dann?


Zunächst einmal würden die Bayern in der öffentlichen Wahrnehmung an Ansehen verlieren. Nachdem Uli Hoeneß vor wenigen Monaten im Doppelpass ​noch betonte, dass man einige Transfers bereits unter Dach und Fach gebracht habe, wurde lediglich die Verpflichtung von Rekordtransfer Lucas Hernández bekanntgegeben. Gerüchte gab es seither reichlich, konkret wurde es nur im Fall Sané. Ein Scheitern des Transfers wäre ob der offensiven Herangehensweise ein Rückschlag, ähnlich wie im Winter, als Callum Hudson-Odoi keine Freigabe vom FC Chelsea erhielt.


Dass der FC Bayern jeden Spieler bekommt, den er will, ​gehört ohnehin seit Längerem der Vergangenheit an. Seit vielen Jahren bieten die Verantwortlichen nicht die Summen, die Real Madrid oder der FC Barcelona auf den Tisch legen. Die englischen Vertreter treiben dieses Spiel in extreme Höhen, bieten irrsinnige Ablösesummen und Gehälter und sorgen somit dafür, dass sich immer mehr Spieler für einen Wechsel in die Premier League entscheiden. Der FC Bayern hingegen verliert, wie zuletzt auch sportlich, an Boden. Die eigens gesetzte Grenze von 80 Millionen Euro ist daher wenig hilfreich, besonders bei einem Verein wie Manchester City, bei dem Geld nur eine Nebenrolle spielt.

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Muss Antworten auf die Fragen finden: Sportdirektor Hasan Salihamidzic.



Sportdirektor Hasan Salihamizic sollte im besten Fall schon jetzt einige Alternativen in der Hinterhand haben, andererseits gelte es, die Arbeit des Bosniers zu hinterfragen. Einen Transfer von Callum Hudson-Odoi ​erneut in Angriff zu nehmen, wäre aufgrund dessen Verletzung und der Transfersperre des FC Chelsea, der den Youngster ohnehin halten will, vergeudete Zeit. 


Pépé? Werner? Oder doch ein bislang unbekannter Name?


Eine Alternative lautet Nicolas Pépé, doch möglicherweise haben die Münchner den Poker um den Torjäger von LOSC Lille bereits verschlafen. Die Ablösesumme für den 24-Jährigen wird sich womöglich in den Sphären von Lucas Hernández bewegen, zudem wird ein Spieler bevorzugt, der auf beiden Außenbahnen einsetzbar ist. Pépé spielt auf dem rechten Flügel, soll ohnehin kein Thema mehr sein. Verpasst der Klub damit eine Chance wie bei Luka Jovic?

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Steigen die Bayern wieder in den Poker um Nicolas Pépé ein?



Somit könnten auch die Verhandlungen um Tmo Werner Fahrt aufnehmen. Der Nationalspieler galt lange Zeit als Sommertransfer des FC Bayern, hat seinen Vertrag bei RB Leipzig noch immer nicht verlängert. Das Problem: Seine Stärken liegen klar in der Sturmspitze. Werner kann zwar auch auf den Flügeln spielen, ist im Zentrum aber deutlich besser aufgehoben - und da ist nun einmal Robert Lewandowski bis mindestens 2021 gesetzt. Ohnehin soll trotz unterschiedlicher Berichterstattung noch kein Angebot für Werner vorliegen.

Timo Werner

   Was wird aus Timo Werner? Wechselt der Angreifer doch zu den Bayern?



Mit Spielern wie Federico Chiesa oder Florian Thauvin stünden zwei durchaus spekulative Namen im Raum. Letzterer wäre denkbar, da die Bayern mit Kingsley Coman, Corentin Tolisso, Lucas Hernández und Benjamin Pavard gleich vier Franzosen im Kader besitzen. Chiesa hingegen ist eines der größten Offensivtalente Italiens, erhielt von seinem Verein AC Florenz jedoch ein Transferverbot.


Dass kein Neuzugang kommen wird, ist unwahrscheinlich. Fraglich ist nur, aus welcher Schublade der neue Spieler stammt. Ganz oben können die Bayern langsam aber sicher nicht mehr fündig werden, dafür geht man mit zu großer Vorsicht mit den finanziellen Möglichkeiten um. Vielleicht aber gelingt dem Verein die Verpflichtung einer "Granate", wie vor zwei Jahren, als James Rodriguez plötzlich verpflichtet wurde.