Andrea Agnelli, Vorstand der Klub-Vereinigung ECA und gleichzeitig Präsident vom italienischen Serienmeister ​Juventus, sorgte in den vergangenen Wochen mit Reformplänen zur Champions League und weiteren Wettbewerben für Aufruhr. Nun ruderte der Italiener fürs Erste zurück.


Schon länger wird über eine Reform der Königsklasse diskutiert. Ginge es nach Andrea Agnelli, sollten Ligensysteme eingeführt werden. Damit wäre für ein Großteil der Klubs die stetige Teilnahme am Wettbewerb gesichert, von Außen kann sich nur noch eine handvoll neuer Klubs für den Wettbewerb qualifizieren. Dies stieß in der Öffentlichkeit und bei Klubchefs in ganz Europa auf breite Ablehnung.


Unter anderem erklärte Leverkusens Sportchef Rudi Völler, dass dies ein „Todesurteil“ für den Fußball in seiner jetzigen Form wäre. Er sprach von einer Entwicklung, die „furchtbar und tödlich“ sei. Nachdem auch aus England geschlossen Widerstand gegen die Pläne angekündigt wurde und sich weitere Granden des Fußballs gegen solche Pläne und Vorhaben stellten, ruderte Agnelli nun zurück.

Rudi Voeller

Rudi Völler sprach sich deutlich gegen die Reformpläne der ECA aus



Im deutschen Fachmagazin kicker hieß es dazu am gestrigen Freitag: „Wir haben noch nicht alle Antworten. Nichts ist in Stein gemeißelt. Viele Details müssen noch diskutiert werden.“ Damit liegen die Pläne des Italieners vorerst auf Eis. Zudem möchte er „eine Lösung finden, die dem gesamten europäischen Fußball dient“.


Für den 43-Jährigen war dies aber keinesfalls eine Niederlage. Nach der außerordentlichen Generalversammlung der Klub-Vereinigung, die auf Malta in Valetta gestern stattfand, erklärte er: „Viele Vereine sind mit Angst und Skepsis nach Malta geflogen. Aus der Klubperspektive war gestern und heute der Start in den Diskussionsprozesses.“


Die anderen Teilnehmer hingegen sehen dies anders. „Mehrere europäische Klubs und die Mehrheit der italienischen Vereine ist gegen die Veränderungen. Das Meeting auf Malta war ein Fortschritt, um die Reform zu blockieren“, erklärten beispielsweise Lazio-Chef Claudio Lotito und Bernard Caiazzo, Präsident des französischen Klubs St. Etienne. Fürs Erste ist Agnelli mit seinen Reformplänen zur ​Königsklasse damit gescheitert. Der nächste Vorstoß aber wird wohl nicht lange auf sich warten lassen.