Viel Geld steht dem ​FC Schalke 04 für Neuzugänge in diesem Sommer nicht zur Verfügung, dennoch muss Sportvorstand Jochen Schneider, der noch immer keinen neuen Sportdirektor gefunden hat, den Kader umkrempeln. Nach ​BILD-Informationen führt die Spur für Verstärkung in der Abwehr nach England: Neben ​Jonjoe Kenny soll S04 auch ein Auge auf Innenverteidiger Christopher Schindler geworfen haben, der seit drei Jahren für Huddersfield Town aufläuft. Wie realistisch wäre eine Wiedervereinigung mit David Wagner?


Alles neu unter Schneider und Wagner - doch wie will der FC Schalke den Neuanfang bewältigen? Bislang konnte noch kein Neuzugang präsentiert werden, das Budget der Knappen lässt nur wenig Spielraum für kostspielige Transfers. Geld soll vor allem durch Spielerverkäufe eingenommen werden, bislang aber konnte noch kein Abnehmer für die Streichkandidaten gefunden werden.


Besonders in der Abwehr besteht Nachholbedarf, wenn man jüngsten Medienberichten Glauben schenken mag. Angeblich buhlt Schalke um Rechtsverteidiger Jonjoe Kenny vom FC Everton, nun bringt die BILD auch Christopher Schindler ins Spiel. Der Innenverteidiger wechselte 2016 von 1860 München nach Huddersfield, entwickelte sich zum Abwehrchef der Terriers und war einer der wichtigsten Spieler von David Wagner, der nach dem Ende seines Abteneuers in England künftig Schalke auf Vordermann bringen soll. 


In vielerlei Hinsicht sind Inhalte der BILD mit Vorsicht zu genießen, in puncto Fußball aber berichtet die Boulevardzeitung immer wieder über Transfers, die sich am Ende bewahrheiten sollten. Dass Schalke tatsächlich an Schindler interessiert ist, darf nicht als garantiert gelten - möglich ist es dennoch.

Alexis Sanchez,Christopher Schindler

      Konnte sich auch gegen Spitzenklubs der Premier League beweisen: Christopher Schindler (r.)



Sportlich betrachtet hätte die Verpflichtung besonders für Wagner einen Mehrwert. Er weiß um die Stärken seines ehemaligen Abwehrchefs, bezeichnete ihn im vergangenen Jahr gegenüber dem kicker als einen der "Top-Innenverteidiger" der Premier League. Sein Marktwert stieg in den vergangenen Jahren auf sechs Millionen Euro an (via transfermarkt.de), für die Terriers ist er unverzichtbar. 125 Pflichtspiele in drei Jahren sprechen eine deutliche Sprache, Schindler hat nahezu nie gefehlt. Aufgrund seiner Konstanz wäre er ein Stabilisator, der Schalke guttun könnte. 


Lässt das Budget solch einen Transfer zu?


Der Knackpunkt ist aber die finanzielle Konstellation des Transfers. Angeblich verlangt Premier-League-Absteiger Huddersfield eine Ablösesumme im zweistelligen Millionenbereich - etwas, das sich Schalke in diesem Jahr kaum leisten kann. Nach dem Verpassen des Europapokals fehlen wichtige Einnahmen, die Ex-Sportchef Christian Heidel im vergangenen Jahr zu einigen teuren Transfers verleiteten. Nach den enormen Ausgaben der Vergangenheit steht nun bedeutend weniger Geld zur Verfügung, weshalb möglicherweise Leihgeschäfte in den Fokus rücken.


Schneider wird trotz Schindlers Qualitäten das große Ganze im Blick haben müssen. Viel Geld in einen Spieler zu investieren bedeutet, dass für die anderen Baustellen kaum etwas übrig bleibt. Die Streichkandidaten können wohl nur mit Verlust verkauft werden, hohe Ablösesummen für Spieler wie Amine Harit, Hamza Mendyl oder Yevhen Konoplyanka sind nicht zu erwarten. Sollte Huddersfield nicht von der Forderung abrücken, wäre ein Transfer nicht allzu realistisch.