​Nach dem Abstieg wird der Kader von ​Hannover 96 derzeit komplett auf links gedreht. Dabei wollen sich die Niedersachsen von einigen Altlasten befreien. ​Ausdrücklich nicht dazu gehören soll dabei Marvin Bakalorz. Doch anstatt auf das Angebot einer Vertragsverlängerung einzugehen, denkt der Mittelfeldspieler selbst über einen Wechsel nach. Unter anderem der ​Hamburger SV rechnet sich Chancen aus.


Der 29-Jährige war im Sommer 2016 vom SC Paderborn nach Hannover gewechselt und trug gleich in seiner Prämierensaison mit starken Leistungen in der zweiten Liga einen großen Anteil zum geglückten Wiederaufstieg bei. Auch in der vergangenen beiden Jahren war der defensive Mittelfeldspieler zumeist gesetzt und war stets ein echtes Vorbild in Sachen Einsatz. Da der Vertrag des gebürtigen Offenbachers Ende Juni diesen Jahres ausläuft und auch der neue 96-Coach Mirko Slomka in Zukunft auf den Routinier setzen möchte, werkeln die Hannoveraner bereits seit geraumer Zeit an eine Ausweitung des Arbeitspapiers.

Marvin Bakalorz

Marvin Bakalorz stemmte sich vergeblich gegen den Abstieg



Wie mehrere unterschiedlichen Medien - darunter auch die BILD - berichten, ist Bakalorz aber nicht nur in Hannover heiß begehrt, sondern kann sich derzeit auch mit Angeboten zahlreicher Klubs aus der ersten und zweiten Liga auseinandersetzen. Trotz Abstieg aus der Bundesliga soll für den Mittelfeldakteur dabei die Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung im deutschen Oberhaus durch das Interesse des SC Freiburg, des FC Augsburg, sowie des Aufsteigers Union Berlin weiterleben.


Aussichtsreiche Chancen rechnen sich neben dem Absteiger 1. FC Nürnberg aber auch die Verantwortlichen des Hamburger SV aus. Die Hanseaten müssen in der kommenden Saison ohne den bis zuletzt vom VfB ausgeliehenen Sechser Orel Mangala auskommen und suchen derzeit händeringend nach neuen Stabilisatoren für die Mittelfeldzentrale. Da die Vereinskasse des Nordklubs nicht gerade zum Bersten gefüllt ist, würde dem ​neuen HSV-Sportvorstand Jonas Boldt zupass kommen, dass Bakalorz nach dem Auslaufen seines Vertrages ablösefrei zu haben ist.

Jonas Boldt

Jonas Boldt will dem HSV ein neues Gesicht verleihen



In welche Richtung das Pendel bei Bakalorz schlussendlich ausschlagen wird, ist noch völlig offen. Klar soll nach Informationen der Hamburger Morgenpost lediglich sein, dass Bakalorz im Falle eines Wechsel gleich zum Trainingsstart bei seinem neuen Klub aufschlagen will. Da der Startschuss für die Vorbereitung der Hanseaten auf den 17. Juni festgelegt wurde, dürfte der Rechtsfuß nicht mehr allzu lange zögern.


Für Aufsehen sorgte in dieser Angelegenheit zuletzt auch Thomas Doll. Nachdem es dem Fußballlehrer in der Rückrunde der abgelaufenen Saison nicht gelungen war, Hannover vor dem Abstieg zu bewahren und er ​folgerichtig vor kurzem seinen Hut nehmen musste, gab der Coach gegenüber der Hamburger Morgenpost locker flockig zu Protokoll, dass er Bakalorz in Zukunft gerne im Trikot mit der Raute sehen würde. Ob es sich dabei lediglich um eine Retourkutsche in Richtung seines Ex-Klubs handelte, oder er seinem ehemaligen Schützling nur einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg geben wollte, ist Auslegungssache.