Bei ​Real Madrid wird nach der Horror Saison 2018/19 vieles auf den Kopf gestellt. Neben vielen Neuzugängen, die in den kommenden Monaten im Estadio Santiago Bernabeu präsentiert werden sollen, muss Trainer Zinedine Zidane die Spieler aussortieren, die unter seiner Leitung keine Zukunft mehr haben werden. Spanien-Experte und Ex-Real-Trainer Bernd Schuster stellte, wie bereits zuvor für den ​FC Barcelona, bei Bild die mögliche Streichliste der Blancos zusammen.


Ganz oben steht Torhüter Keylor Navas. Der Costa Ricaner erhielt in den vergangenen Jahren das Vertrauen von Zidane, allerdings soll Thibaut Courtois, der im vergangenen Sommer vom FC Chelsea verpflichtet wurde, nun zur endgültigen Nummer eins bei Real aufsteigen. Der 32-Jährige wurde zwischenzeitlich mit Manchester United und Paris St. Germain in Verbindung gebracht, angeblich zieht es ihn in die Premier League. "Ich finde es ungerecht, wie man mit Navas umgeht", sagt Schuster, der Courtois derzeit nicht unbedingt für den besseren Torhüter hält. "Ich kann gut nachvollziehen, dass Navas weg will, um woanders als Stammtorhüter zwischen den Pfosten zu stehen."

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    Können und sollen weg: Keylor Navas und Gareth Bale (v.r.).


Oberste Priorität hat auch der Abgang von Gareth Bale. Der Waliser wechselte 2013 für 101 Millionen Euro von Tottenham Hotspur nach Madrid, verpasste aufgrund von zahlreichen Verletzungen aber viele Partien und galt schon in der Vergangenheit aufgrund des angespannten Verhältnisses zu Zidane als potentieller Streichkandidat. Aufgrund seiner hohen Gehaltsforderungen dürfte sich ​die Suche nach einem Abnehmer schwierig gestalten, jedoch sei den Verantwortlichen laut Schuster jedes Mittel recht, um den Abgang zu realisieren.


Was wird aus Isco? Llorente ohne Zukunft


Auch Isco hatte in dieser Saison einen schwierigen Stand. Unter Santiago Solari blieb der offensive Mittelfeldspieler meist auf der Bank, zum Ende der Saison erhielt er wieder bedeutend mehr Einsatzminuten. Allerdings könnte er bei einem Transfer von Eden Hazard keine Rolle mehr spielen, glaubt Ex-Real-Trainer Schuster: "Kommt Hazard, hat Isco wohl keine Zukunft bei Real. Dank seiner 60 Millionen Euro Marktwert kann Real mit ihm aber richtig Geld reinholen." Zuletzt wurde er mit Paris St. Germain in Verbindung gebracht.

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       Droht, nach sechs Jahren das Aus: Isco.


Dazu soll das Trio um Dani Ceballos, Marcos Llorente und Nacho Fernandez den Klub verlassen. Ceballos, vor zwei Jahren immerhin für 16,5 Millionen Euro von Real Betis Sevilla verpflichtet, sammelte in der abgelaufenen Saison zwar 34 Einsätze, wird in naher Zukunft jedoch keinen Platz in der ersten Mannschaft haben. Laut Schuster sei aufgrund seiner Vertragslaufzeit bis 2023 ein Leihgeschäft eine Option, anders sieht seiner Meinung nach aber die Situation bei Konkurrent Llorente aus: "Es hat keinen Sinn. Toni Kroos hat verlängert. Dass Trainer Zinedine Zidane Paul Pogba haben will, ist kein Geheimnis. Casemiro und Luka Modric kann er nicht verdrängen – ein Verkauf wäre also sinnvoll."

Innenverteidiger Nacho hingegen soll mit seinen wenigen Einsatzminuten unzufrieden sein und ​Real ein Jahr vor Vertragsende verlassen. "Ein passendes Angebot für ihn wird Real wohl annehmen, da auch in der kommenden Saison für ihn kein Stammplatz in der Innenverteidigung möglich ist", so Schuster, der daran erinnerte, dass neben Sergio Ramos und Raphael Varane der Brasilianer Eder Militao für 50 Millionen Euro vom FC Porto verpflichtet wurde. Der 21-Jährige soll Kapitän Ramos mittelfristig ersetzen, weshalb für Nacho weiterhin nur ein Platz auf der Ersatzbank übrig bliebe.​