​Im Sommer vergangenen Jahres startete La Masia, die legendenumwobene Nachwuchsschmiede des ​FC Barcelona, ein interessantes Projekt: sie ließ sowohl die U12- als auch die U14-Mannschaft der Mädchen in derselben Liga wie ihre männlichen Kollegen antreten. Das Ergebnis ist mehr als überraschend. 


Seit der moderne Fußball erfunden wurde, sehen sich weibliche Fans und Betreiber dieser Sportart mit Vorurteilen konfrontiert. Mädchen, so heißt es in gewissen erzkonservativen Zirkeln der Gesellschaft, können einfach nicht Fußball spielen. Seien körperlich dazu nicht in der Lage. Und hätten gegen Jungs in ihrer Altersklasse sowieso keine Chance. 


Nun, die weibliche U12-Mannschaft des FC Barcelona hat mit diesen Weltbildern mal gründlich aufgeräumt, und in ihrer ersten gemischtgeschlechtlichen Liga den Jungs gezeigt, dass sie mehr als nur mehr mithalten können: von insgesamt 30 Spielen gewannen die Barça-Mädels sämtliche 30 (!), schossen dabei die fantastische Anzahl von 329 Toren (also fast elf pro Partie) und landeten - logisch - mit meilenweitem Abstand (14 Punkten) vor dem zweitplatzierten auf dem ersten Rang. Jetzt seid ihr dran! 


Die Aktion an sich, aber natürlich auch das unerwartete Resultat desselben, hat sich sogar bis  zur amerikanischen Ostküste herumgesprochen. Der New York Times war es einen Artikel wert. ​Maria Teixidor, Chefin des weiblichen Barça-Nachwuchses, erklärte gegenüber der Zeitung: "Die Jungs werden sehen, dass Mädchen auf dem gleichen Niveau spielen können, wie sie. Die Mädchen wiederum sehen, dass es keinen Grund gibt zu denken, warum sie nicht auf dem gleichen Niveau spielen könnten." 

Also eine hervorragende Maßnahme, um längst überholte Stereotypen und veraltete Weltbilder abzustreifen. Dem FC Barcelona ist zu dieser Maßnahme nur zu beglückwünschen. Es wäre darüber hinaus natürlich wünschenswert, wenn sich bald nicht nur andere Fußballvereine auf der ganzen Welt, sondern die Weltgesellschaft als solche der Tatsache bewusst würden, dass Mädchen und Jungen, oder Frauen und Männer, gar nicht so unterschiedlich sind, wie gewisse Kreise es fälschlicherweise (und wider besseren Wissens) propagieren. Ein Anfang ist mit diesem Siegeszug der Barça-Mädels schon mal gemacht.