​Clemes Fritz verbrachte nicht nur den Großteil seiner aktiven Karriere beim ​SV Werder Bremen, auch nach seiner Laufbahn als Spieler ist er ein fester Bestandteil der Vereinsführung. Mit seiner Erfahrung und der Nähe zum Verein genießt Fritz dabei einen hohen Status, doch der 38-Jährige besitzt auch eine ganz besondere Rolle. Bei Werder ist er nämlich vor allem für die Leihgeschäfte zuständig, für die Entwicklung der Talente hat er also ein großes Mitspracherecht.


Auf die Transfer-Arbeit bei den Grün-Weißen wurde in den letzten Jahren ein enormer Wert gelegt. Vor nicht allzu langer Zeit konnte man nämlich des Öfteren keinen konkurrenzfähigen Kader aufstellen und bei vielen Youngstern verspielte man das Potential in den unteren Ligen. Doch durch den Einstieg von Frank Baumann kam es zu vielen Neuerungen, die sich so langsam komplett auszahlen.

FC Augsburg v SV Werder Bremen - Bundesliga

Frank Baumann kennt die Bedeutung von Leihgeschäften



In einem Interview erklärt der Sportchef auf der vereinseigenen Internetseite werder.de, wie sich die Bremer Arbeit auf dem Transfermarkt gewandelt hat und welche Rolle dabei vor allem die Leihgeschäfte spielen. Wenn es nämlich auf das Verleihen von Profis und Talenten ankommt, sind die Werderaner wahre Profis. Allein in den letzten drei Jahren verlieh man dabei 20 Spieler aus dem eigenen Kader.


Grundsätzlich würde hinter jedem Leihgeschäft eine konkrete Idee stehen, das scheint zwar logisch, ist bei Weitem aber nicht immer der Fall. Denn bei vielen Klubs geht es darum, Platz im Kader zu schaffen, oder Gehälter einzusparen. Nicht so bei Werder, wo viele Spieler mit enormen Potential den Sprung in die erste Mannschaft noch nicht schafften, aber Einsätze auf hohem Niveau sammeln sollen.


Clemens Fritz ist der Leih-Experte 


Zudem spricht Baumann auch über eine spezielle Figur im Leihgeschäft-Business, nämlich den ehemaligen Werder-Kapitän Clemens Fritz. Seit seinem Karriereende 2017 ist der 38-Jährige nämlich immer noch ein Teil des Vereins und bringt mit seiner SVW-Philosophie natürlich viele Ideen im Sinne des Vereins ein. Doch er ist vor allem für die Leihgeschäfte zuständig und hat ganz spezielle Aufgaben. 


"Clemens soll passende Klubs ausfindig machen und kennenlernen. Welche Liga passt zum Spieler? Wie sehen die Trainingsbedingungen vor Ort aus? Wird ein ähnlicher Fußball gespielt, wie bei uns? Damit wir ganz gezielt und rechtzeitig unsere Spieler beim gewünschten Verein positionieren können, steht Clemens im regelmäßigen Austausch, um frühzeitig die Kaderplanungen zu kennen", so Baumann.


Fritz kümmert sich also vor allem um die Kontakte und sucht Vereine heraus, die zu dem Profil eines Spielers passen. So etwa bei Idrissa Touré, den Werder vor einem Jahr erfolgreich zu ​Juventus Turin verlieh. Nun ​schlug die Alte Dame zu und verpflichtete den Bremer fest. Werder verfolgt nämlich entweder das Ziel, einen jungen Profi woanders weiter zu entwickeln, oder eben eine Zukunft für einen Akteur zu finden, die er an der Weser nicht mehr hätte.

Felix Kroos

Felix Kroos wurde zu Union Berlin verliehen, wo er eine neue Zukunft fand



Für Baumann ist die Planung eines Leihgeschäfts für alle Parteien von großer Bedeutung: "Das halte ich für sehr wichtig, damit die Jungs komplett in der Vorbereitung vor Ort sind. Sonst kommen die jungen Spieler nach einigen Spieltagen in ein bereits bestehendes Konstrukt, bei dem es viel schwieriger ist, Fuß zu fassen." Also kommt mit diesem Bereich der Kaderplanung auch viel Verantwortung auf Fritz zu.


Dass sich Werder auf dem Transfermarkt immer mehr zu einem cleveren Verhandlungspartner entwickelt, ist absehbar. Dabei spielen also auch die Leihspieler eine große Rolle, neben den großen Millionen-Einkäufen können sie nämlich ebenfalls langfristige Wirkungen auf den Kader haben. Clemens Fritz macht seinen Job bei den Grün-Weißen demzufolge richtig gut, damit schafft sich Werder eine gute Basis für die Zukunft.