Die Saison von Jacob Bruun Larsen spiegelt den Reifeprozess wider, den die Mannschaft von ​Borussia Dortmund in dieser Saison durchleben musste. Nach starkem Start rückte der 20-jährige Däne immer tiefer in die zweite Reihe, doch aufgeben werden die Verantwortlichen ihr Offensivtalent keinesfalls.


Obwohl Jacob Bruun Larsen in der Rückrunde der Saison 2017/18 nur vier Spiele für den VfB Stuttgart absolvierte, bemühte sich der damalige Sportvorstand Michael Reschke darum, den Flügelspieler, der 2015 von Lyngby BK zum BVB wechselte, fest an den Klub zu binden. Angeblich habe man bis zu zwölf Millionen Euro geboten - eine Summe, die Michael Zorc zwar dementierte, doch der Sportdirektor der Dortmunder Borussia bestätigte bei einer Pressekonferenz im Oktober, dass sich der VfB "nicht nur einmal" wegen Bruun Larsen gemeldet habe (via kicker). 


Zorc aber machte von Anfang an deutlich, dass ein Transfer nicht zur Debatte steht, und das nicht ohne Grund: Ab dem dritten Spieltag der neuen Saison stand der 20-Jährige plötzlich regelmäßig in der Startelf, bildete mit Marco Reus, Jadon Sancho und Paco Alcácer die gefürchtete schwarz-gelbe Offensive und zählte zu einem der vielen Gewinner, die eine Chance von Trainer Lucien Favre erhielten. Das einzige Manko: Die eigene Torgefahr ließ zu Wünschen übrig. In der Hinrunde lieferte Bruun Larsen nur drei Torbeteiligungen, zwei davon beim 7:0-Heimsieg über den 1. FC Nürnberg. Das allein war aber nicht ausschlaggebend für den Abwärtstrend in der Rückrunde, viel mehr begann die Konkurrenz, den Shootingstar zu verdrängen.

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Je länger die Saison andauerte, desto weniger Einsatzminuten erhielt Jacob Bruun Larsen.


Der Portugiese Raphael Guerreiro war immer wieder auf der linken Außenbahn zu finden, war zudem ein wichtiger Mann für Standards. So kam es, dass Bruun Larsen erst beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt am 20. Spieltag erstmals wieder aufs Feld durfte - allerdings nur in der Schlussviertelstunde. Nur fünf seiner 16 Startelfeinsätze stammen aus der Rückrunde, mit seinen Einsatzzeiten war er nicht zufrieden: "Natürlich möchte ich mehr spielen", wurde Bruun Larsen Anfang Mai im Westfälischen Anzeiger zitiert. 


"Wir sind alle jung und lernen noch sehr viel", sagte er im damaligen Kampf um die Meisterschaft über seine Mannschaft. Gleiches gilt aber auch für ihn persönlich. Im Alter von 20 Jahren hat er ausreichend Zeit, sich weiterzuentwickeln und mittelfristig einen Stammplatz zu erspielen, auch wenn die Konkurrenz nach der Verpflichtung des gestandenen Thorgan Hazard nicht kleiner geworden ist und sein Vertrag, Stand jetzt, im Sommer 2021 ausläuft.


Bruun Larsen wird vor allem an seiner Torgefahr arbeiten müssen, wenn er den Anschluss nicht verlieren will. Seine guten Ansätze muss er beibehalten, darauf aufbauend muss ab Sommer der nächste Schritt erfolgen. Dabei kann er von Mitspielern wie Reus oder Hazard lernen, um künftig wieder häufiger mit ihnen auf dem Platz zu stehen - welche Rolle er selbst einnimmt, spielt aufgrund seiner Variabilität ohnehin kaum eine Rolle.