​Die Spieler des ​SV Werder Bremen befinden sich momentan im wohlverdienten Urlaub, doch hinter den Kulissen läuft bereits die Vorbereitung auf die neue Saison. Allerdings wird es nicht nur im Kader ein paar Änderungen geben, auch für den Verein stehen einige Verbesserungen an. Denn der SVW arbeitet in diesem Sommer an vielen Neuerungen im und um das ​Weserstadion. Dabei wird vor allem das Ziel verfolgt, die Mannschaft an vielen Stellen noch weiter zu bringen.


Florian Kohfeldt - Trainer des SV Werder Bremen - spricht in der Deichstube über einige aufregende Arbeiten, die momentan rund um das Weserstadion ablaufen. In diesem Sommer ist nämlich geplant, die Infrastruktur des Vereins ordentlich aufzurüsten, dafür investierte der Verein rund eine halbe Million Euro. Die Kosten beinhalten vor allem Umbauarbeiten und einige kleine Erleichterungen für die Profis des SVW.

Florian Kohfeldt

Florian Kohfeldt hat klare Pläne und Vorstellungen



Zum einen wird sich die Kabine der Spieler stark verändern, denn der Platz für die Spielvorbereitung reicht nicht mehr aus. "Wir sind hier im Stadion einfach ein Stück weit begrenzt", so Kohfeldt. Deswegen ist nun geplant, den Rückzugsort der Mannschaft auszuweiten, dafür muss sogar ein Teil des VIP-Bereichs in der Südkurve geopfert werden. Dem Trainer war der Umbau allerdings sehr wichtig, denn er weiß welchen Wert dieser Teil des Stadions hat.


"Ich bin ein großer Verfechter, mit der Mannschaft hier ständig im Stadion zu sein. Nichts kann aufwiegen, bei den Spielen in der Kabine zu sein, in der man jeden Tag ist. Das ist unser Zuhause." In den alten Plänen des Stadions gab es viele Komponenten, die vor allem das Geschehen abseits des Platzes beeinträchtigten. So war zum Beispiel kein Besprechungsraum vorhanden, die Mannschaft musste immer wieder auf den Medienraum ausweichen, wo es allerdings öfter zu Terminkollisionen kam.

SV Werder Bremen v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Die gute Stimmung unter den Werder-Profis könnte zum Schlüssel werden



Dieser Besprechungsraum wird nun allerdings eingerichtet. "Wir können da auch nicht die Atmosphäre schaffen, die wir uns wünschen", so der 36 Jahre alte Übungsleiter. Auch der Wohlfühlfaktor spielt für die Profis natürlich eine große Rolle, deswegen wird der Kraftraum überarbeitet und modernisiert, zudem wird ein Ruhebereich eingerichtet. Doch auch eine Spielecke soll geschaffen werden, Kohfeldt begründet diese Maßnahme rational.


"Das hört sich vielleicht komisch an, aber die Jungs sind fast den ganzen Tag hier. Selbst an freien Tagen ist Leben in der Kabine. Umso wichtiger ist es, dass sich die Jungs wohlfühlen, dass sie vielleicht mal eine Runde Tischtennis oder Darts spielen können." Dies soll für einen Ausgleich neben dem alltäglichen Fußballgeschäft sorgen und die Stimmung innerhalb des Teams aufrecht erhalten.


Trainingsplätze müssen noch verbessert werden


Weitere Probleme gibt es vor allem im Bezug auf die Trainingsmethoden. Denn die Trainingsplätze sind weiterhin nicht auf dem höchstem Stand. Vor allem die Maße bereiten dem Cheftrainer immer wieder Kopfzerbrechen, die Felder sind nämlich nicht so groß wie der Platz im Weserstadion. Ein spielnahes Training ist deswegen nur bedingt möglich, es bleibt nur die Möglichkeit, die Plätze zu verlängern oder quer zu spielen, was sich aufgrund von unterschiedlichen Beschaffenheiten allerdings ebenfalls als schwierig heraus stellt.


Auf dem einen Platz ist nämlich Naturrasen verbaut, auf dem anderen eine Hybridrasen-Form, ähnlich wie im Weserstadion. Zudem wünscht sich der Trainer gerne Flutlichter um die Trainingsfelder, damit man noch flexibler werden kann. Die hohen Ansprüche der Verantwortlichen haben dabei vor allem einen Grund: Die Verbesserung des Teams, welche allerdings bestimmte Methoden braucht.

Izet Hajrovic

Die Trainingsplätze der Werderaner müssen noch verbessert werden



"Es geht um Details, die aber für mich extrem wichtig sind. Wir bewegen uns so langsam auf einem Niveau, da machen wir keine Quantensprünge mehr – auch nicht in der Entwicklung der Mannschaft. Deshalb müssen wir umso mehr schauen, wo wir kleine Schritte hinbekommen", so Kohfeldt. Einen Umbau der Trainingsplätze wird es aber frühestens in einem Jahr geben. In anderen Aspekten kann man sich schon jetzt verbessern.


Ein Bereich für kognitives Training wurde zum Beispiel bereits eingerichtet, darauf legte vor allem der Übungsleiter wert. Neben dem hohen spielerischen Niveau der Bremer gilt es nämlich, die restlichen Fähigkeiten weiter zu verbessern. Die Mannschaft soll also komplett optimiert werden. Dazu dient auch eine eigene Arztpraxis, die man im Weserstadion einrichtete und rund um die Uhr für die Betreuung der Spieler zuständig ist.


Der SVW will neben der Mannschaft also auch die Strukturen rund um den Verein perfektionieren. Die vielen Maßnahmen ​sind die wichtige Grundlage für jedes erfolgreiche Team, nur dadurch kann ein Gleichgewicht geschaffen werden. Die Bremer befinden sich auf einem hervorragenden Weg, nicht nur sportlich den nächsten Schritt zu machen. Mit den Grün-Weißen wird man deswegen rechnen müssen, womöglich sogar die kompletten nächsten Jahre. 


"Wir sind nicht schlecht aufgestellt, das ist alles schon sehr ordentlich. Aber es ist wichtig, immer weiter zu denken.