​Der ​VfB Stuttgart muss den zweiten Abstieg innerhalb von nur drei Jahren verdauen. Während Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und seine Mitarbeiter vor der Aufgabe stehen, ​a​us einem wenig überzeugenden Kader wieder eine echte Einheit zu formen, kommen auch auf die Mitarbeiter der Schwaben gravierende Änderungen zu. 


Obwohl der Abstieg aus der Bundesliga wohl kaum auf die fleißigen Mitarbeiter in der VfB-Geschäftsstelle und die weiteren insgesamt 200 Beschäftigen des Traditionsverein zurückzuführen ist, müssen alle Angestellten nun gemeinsam die Suppe auslöffeln, die ihnen die Mannschaft durch ihre desaströse Leistungen eingebrockt hat. So werden die Gehälter der VfB-Angestellten im Zuge des erneuten Ganges in die Zweitklassigkeit drastisch reduziert. Wie die BILD berichtet, werden lediglich die Geringverdiener ausgeklammert, die ohnehin mit einem geschätzten Monatsverdienst von unter 2.000 Euro auskommen müssen.


Je nach Position innerhalb des Vereins wird das Gehalt der Betroffenen um bis zu 30 Prozent reduziert. Auch nach dem Abstieg im Jahre 2016 ereilte die Angestellten bereits ein ähnliches Schicksal. Geschah dies damals noch auf freiwilliger Basis, müssen sich die Beschäftigen nun einer Abänderung ihrer Arbeitsverträge beugen, die mit einer Zweitliga-Klausel für einen erneuten Abstieg ausgestattet worden war. Um die Hiobsbotschaft für alle VfB-Angestellten zu komplettieren, wurde ihnen zudem auch noch die Sommer-Bonuszahlung, die von einigen für die Urlaubsplanung angedacht war, ersatzlos gestrichen.


Aus moralischer Sicht mag dies zwar ziemlich verwerflich erscheinen, rein wirtschaftlich sind die Kürzungen aber durchaus nachvollziehbar. Durch den Abstieg in die zweite Liga wird schließlich mit einem Umsatzeinbruch von etwa einem Drittel auf dann unter 100 Millionen Euro gerechnet. Wenn man bedenkt, dass allein die Personalkosten, wohlgemerkt ohne Profikader, zuletzt bei 23 Millionen Euro lagen, wird klar, dass die Gehaltskürzungen wohl niemandem schmecken können, schlussendlich aber zum Wohle des Vereins in Kraft treten.

VfB Stuttgart v 1. FC Union Berlin - Bundesliga Playoff Leg One

Nicht nur die Fans der Schwaben müssen ihre Leidensfähigkeit unter Beweis stellen



Das Worst-Case-Szenario einer Kündigung wird den Angestellten des VfB aller Voraussicht nach zumindest erspart bleiben. So verwies ein Vereinssprecher der Stuttgarter gegenüber der BILD darauf, dass es beim letzten Abstieg bereits gelungen war, auf einen Stellenabbau zu verzichten und dass dies auch dieses Jahr das absolute Ziel der Vereinsführung sei. Dabei dürften die Angestellten auch davon profitieren, dass die beiden entlassenden Trainer Markus Weinzierl und Tayfun Korkut, sowie ​Ex-Sportvorstand Michael Reschke mittlerweile nicht mehr auf der Gehaltsliste der Stuttgarter stehen.


Um den Aufschrei in der Republik nicht komplett ausarten zu lassen, sollte man abschließend nicht vergessen zu erwähnen, dass selbstverständlich auch die Spieler selbst für den ​eigens verschuldeten Abstieg büßen müssen. So werden vor allem die Punkteprämien der einzelnen Spieler deutlich gekürzt und daher müssen sich die Profis summa summarum auf individuelle Einbußen von rund 25 Prozent einstellen.