Nach dem Ende der Ära Pep Guardiola standen Carlo Ancelotti, Jupp Heynckes und Niko Kovac an der Seitenlinie des ​FC Bayern, Adi Hütter hingegen machte sich bei Red Bull Salzburg sowie den Young Boys Bern in der Schweiz einen Namen und beerbte Kovac vor einem Jahr bei ​Eintracht Frankfurt. Wie Präsident Uli Hoeneß nun verriet, hätten sich die Wege des Rekordmeisters und dem Österreicher beinahe gekreuzt.


Bei all seinen Stationen konnte Hütter bislang Erfolge vorweisen. Mit Red Bull Salzburg gewann der 49-Jährige das Double, mit den Young Boys Bern die Meisterschaft, und mit der Frankfurter Eintracht erreichte er in der abgelaufenen Saison das Halbfinale der Europa League. Dank seiner offensiven Spielphilosophie macht er nicht nur mit Ergebnissen, sondern auch mit attraktivem Fußball auf sich aufmerksam - etwas, das einige Fans des FC Bayern, genau wie Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, in dieser Saison vermisst haben.

Nachdem mit Carlo Ancelotti ein Nachfolger für den scheidenden Pep Guardiola schnell gefunden wurde, streckte sich die Trainersuche in der vergangenen Saison über viele Monate. Der Versuch, Jupp Heynckes ein weiteres Jahr zu halten, scheiterte ebenso wie die Verpflichtung von Thomas Tuchel. Am Ende entschieden sich die Bosse für den vergleichsweise unerfahrenen Niko Kovac, doch auch Hütter soll in der Vergangenheit auf dem Zettel des FC Bayern gestanden haben.

Adi Huetter

 Von Adi Hütters Qualitäten ist man offenbar seit längerem beim FC Bayern überzeugt.


"Adi Hütter hatten wir schon einmal auf dem Radar, aber da war er noch zu unbekannt, da konnte man ihn nicht zum FC Bayern holen", so Hoeneß beim Sport Talk in Linz (via ​tz). Aktuell leiste er in Frankfurt aber "sehr gute Arbeit." Allgemein lobte der 67-Jährige die Trainerentwicklung in Österreich: "Die machen eine gute Arbeit, ich denke, dass sie vor allem auch gut die Basics trainieren. Wenn jemand nur über die Taktik philosophiert, aber seine Spieler keinen Ball stoppen können, weil sie das zu wenig üben, ist alles sinnlos." 


Wohl auch deshalb richten die Bundesligisten ihre Blicke bei der Trainersuche vermehrt in die Nachbarländer. Oliver Glasner wechselt zur kommenden Saison vom Linzer ASK zum VfL Wolfsburg, Marco Rose schloss sich nach zwei erfolgreichen Jahren in Diensten von Red Bull Salzburg Borussia Mönchengladbach an. Auch Hütter-Nachfolger Gerardo Seoane wurde zwischenzeitlich in der Bundesliga gehandelt, entschied sich allerdings für einen Verbleib in Bern.