Für die einen ist der Besuch im heimischen Stadion alle zwei Wochen Pflicht, für die anderen ein seltenes Erlebnis. Die Fans, die so gut wie immer bei allen Heimspielen dabei sein wollen, bemühen sich in der Regel um eine Dauerkarte. Beim ​1. FC Köln jedoch nimmt das Warten darauf mit dem Aufstieg in die Bundesliga eine neue Dimension an.


Eine Dauerkarte für den jeweiligen Herzensklub ist wohl der Traum sehr vieler Fußballfans. Die Atmosphäre, das gemeinsame Ziel und die gemeinsame Leidenschaft von vielen Tausenden von Menschen, dazu eine leckere Bratwurst oder sonstiges. Für Fans des 1. FC Kölns, die zurzeit noch keine Dauerkarte besitzen, aber gerne eine hätten, wird das alles andere als ein leichtes Unterfangen. 


Mit dem Aufstieg und dem Comeback in der ​Bund​esliga nach nur einem Jahr "Pause" haben nur 25 Kölner ihre Dauerkarte gekündigt. Bedeutet: Platz für 25 neue Dauerkartenbesitzer. Das Problem ist allerdings, dass laut Angaben des Vereins ganze 13501 Interessenten auf der Liste stehen! 


Dann wartet man halt 540 Jahre...


Umgerechnet würde das bei gleichbleibenden Zahlen heißen, dass man durchschnittlich 540 Jahre auf eine Dauerkarte warten muss. Die gute Nachricht: Natürlich bleiben die Zahlen, also Anfragen und gekündigte Dauerkarten, nicht gleich. Gegenüber der Bild gab Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle zu verstehen: „​Die Zahlen können sich von Saison zu Saison natürlich ändern. Aber schon ungewöhnlich, dass eine so große Anzahl an Mitgliedern auf der Warteliste steht."

1. FC Koeln v SV Darmstadt 98 - Second Bundesliga

Begehrte Plätze im RheinEnergie-Stadion der Kölner


In der Tat ungewöhnlich. Die "Hoffnung" für viele Köln-Fans müsste also eine sportliche Misere sein, um möglichst schnell an eine der begehrten Dauerkarten zu kommen. Dann kündigen mehr Leute und die Anfrage sinkt. Da das natürlich nicht der Wunsch sein kann und nicht sein darf, plant der Effzeh das Stadion auf 70.000 Plätze aufzustocken. Das würde einem Plus von 20.000 Plätzen entsprechen, womit die Flut der Interessenten an allen Heimspielen schonmal gedeckt wäre. 


„Es ist unsere unternehmerische Pflicht, sich damit zu befassen, dass so vielen Mitgliedern wie möglich der Zugang zu unseren Spielen und zu Dauerkarten ermöglicht wird. Wir wollen keine geschlossene Gesellschaft, sondern auch immer wieder neue Menschen bei unseren Spielen begrüßen", begründet Wehrle die Pläne.