​Milot Rashica gehört definitiv zu den Gewinnern der Saison. Nachdem er eine lange Eingewöhnungszeit bei ​Werder Bremen benötigte, zündete die Rakete im neuen Jahr so richtig. Doch der 22-Jährige hat teilweise immer noch Luft nach oben, oft zeigte er in dieser Spielzeit aber sein enormes Potential. Das ist die Saison von Rashica im Rückblick.


Die Profi-Karriere von Milot Rashica begann erst vor vier Jahren. Aus seiner Heimat, dem Kosovo, wechselte der Flügelspieler zum niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim - eine Verpflichtung, die sich sofort bezahlt machte. Als Stammspieler konnte er direkt in der Saison 13 Scorer-Punkte in der Liga vorweisen, die nachfolgenden Spielzeiten war er nur noch erfolgreicher. So wurde schließlich der SV Werder Bremen auf ihn aufmerksam.


Nach intensiver Socuting-Arbeit entschied man sich dazu, das junge Talent für sieben Millionen Euro zu verpflichten. Ab dem Winter 2018 stand Rashica also bei Werder unter Vertrag. Die großen Hoffnungen und Erwartungen konnte der Youngster aber noch nicht erfüllen, der Kosovare benötigte nämlich noch viel Eingewöhnungszeit und kam in der Rückrunde lediglich auf neun Einsätze. Immerhin gelang ihm schon bald sein Premierentreffer.


Schwierigkeiten und gute Ansätze in der Hinrunde


Doch neben der spielerischen Leistung schien Rashica auch mit dem Kopf noch nicht so ganz in Bremen angekommen zu sein. Was sich in der letzten Spielzeit bereits andeutete, verstärkte sich zu Beginn dieser Hinrunde nur noch mehr. Wenn der 22-Jährige nicht mit sich selbst zufrieden war, litten seine Leistungen darunter. Der junge Hoffnungsbringer steckte lange in einem Loch.


Rashica litt gewaltig unter dem Druck und den Ansprüchen, die man an den noch jungen und unerfahrenen Angreifer stellte. Oftmals fand er sich deshalb zu Beginn der Saison auf der Bank wieder, in der Hinrunde kam er deswegen nur zehn Mal zum Einsatz. Allerdings stand er dabei nur 251 Minuten auf dem Platz, kein einziges Spiel konnte er durchspielen. Es mangelte Rashica also an Selbstvertrauen und Zeit, eben dieses aufzubauen.

Milot Rashica

Zu Beginn der Saison lief bei Rashica nur wenig zusammen



Trotzdem zeigte der Kosovare immer wieder gute Ansätze, an den ersten beiden Spieltagen konnte er zum Beispiel gleich für zwei Tore (Tor + Vorlage) der Bremer sorgen. Seine Schnelligkeit und die Fähigkeiten am Ball sind die vorrangigen Gründe, weshalb Werder den Youngster verpflichtete. Dass er dazu taktisch auch noch einer der Besten war und defensiv immer wieder aushalf, verbesserte seinen Status. Doch vor dem gegnerischen Kasten hatte er noch mächtig zu kämpfen.


In der ersten Saisonhälfte blieb es bei einem Treffer, denn Rashica ließ oft die Kaltschnäuzigkeit vermissen. Auch andere Komponenten, wie Flanken oder das richtige Timing bei Läufen wollten einfach noch nicht recht gelingen. Die Zündung, die sich jeder irgendwann erhofft hatte, blieb also noch aus. Doch Rashica nahm den Kampf an, für ihn war klar, dass er sich bei den Bremern durchkämpfen will.


Nach der Winterpause ist Rashica nicht wieder zu erkennen


Danach ging es erst einmal in die Winterpause, fast vier Wochen konnten sich die Werderaner nun erholen. Rashica nutzte diese spielfreie Zeit, um an sich zu arbeiten und sich das nötige Selbstvertrauen zu holen. Dass dies blendend funktionierte, ist nach der Saison nun jedem bekannt. Denn der Kosovare war zu Beginn der Rückrunde kaum wieder zu erkennen, in ​den ersten drei Einsätzen traf er gleich drei Mal. 


Der Flügelspieler glänzte erstmals als kompletter Angreifer, ließ sich seine anfängliche Nervosität nicht mehr anmerken und erkämpfte sich so langsam einen Status. Der pfeilschnelle Außen war fortan nur noch als "Rakete" bekannt, kein Wunder bei so einem Antritt. Seine große Stärke ist auch, dass er mit jedem Mitspieler funktioniert, Max Kruse war dabei allerdings immer eine feste Größe.

Milot Rashica

Die Rakete gehört zu den schnellsten Bundesligaspielern



Das Duo begeisterte wochenlang die ​Liga und legte sich selbst reihenweise Tore auf. In der besten Bremer Saisonphase ließen sie die Werder-Fans von Europa träumen und erinnerten endlich mal wieder an die alten Zeiten. Der perfekt eingespielte Sturm überrannte förmlich die Defensivreihen, allein Rashica gelangen in drei Spielen fünf Torbeteiligungen. Er wurde endlich zur Waffe, die Bremen vor über einem Jahr verpflichtet hatte. 


Und der 22-Jährige bestätigte seine Form immer weiter, ließ sich auch nicht vom Rückschlagen aus der Bahn werfen. So verhalf er Werder auch in schwierigen Spielen wie im DFB-Pokal immer wieder zu Erfolgserlebnissen, aus der Mannschaft war er nicht mehr wegzudenken. Das zeigen auch die nun 1.305 Minuten, die Rashica in der Rückrunde allein in der Liga auf dem Platz stand.

Hannover 96 v SV Werder Bremen - Bundesliga

An das Jubeln mit der Mannschaft hat sich Rashica schnell gewöhnt



Am Ende kann sich der Angreifer also vor allem bei dem nie nachlassenden Vertrauen von Trainer Florian Kohfeldt bedanken. Doch auch er selbst kann auf sich stolz sein, denn den Sprung zum Leistungsträger machte er selbst. Und so zählt er nach der stärksten Phase seiner Karriere zurecht zu einem der besten Bundesligaspieler in diesem Jahr. Seine Form nahm im Vergleich zu vielen in den letzten Wochen dabei auch nicht ab.


Am Ende stehen nach dieser Saison zwölf Tore und sechs Vorlagen in 30 Pflichtspielen zu Buche. Bei Bremen spielte er sich ins Rampenlicht und bewies immer wieder eine hervorragende Moral. Das macht natürlich Hoffnung, dass der Youngster in der nächsten Saison weiter so stark auftritt. Er selbst hat dafür auf jeden Fall den Grundstein gelegt, nun kann er zeigen, ob er schon jetzt bereit ist.