Die U19 des ​VfB Stuttgart musste sich am Sonntag beim Finale um die deutsche Meisterschaft zwar ​der Auswahl des BVB mit 3:5 geschlagen geben, dennoch kann das Team, das ab der kommenden Saison wieder von Nico Willig trainiert werden wird, auf eine sehr starke Saison zurückblicken. Manch einer der neuen 'Jungen Wilden' macht sich daher, wohl nicht ganz zu Unrecht, Hoffnungen auf einen Durchbruch bei den Profis.


Bis zum Halbzeitpfiff deutete bei der Partie gegen die Schwarz-Gelben noch alles daraufhin, dass den VfB-Youngstern nach dem Gewinn des Pokalwettbewerbs tatsächlich das historische Double gelingen könnte. Schlussendlich verspielte das von Interimstrainer Daniel Teufel gut eingestellte Team aber eine 3:1-Pausenführung. Nicht unerwähnt sollte dabei bleiben, dass die Schwaben aufgrund einer Roten Karte für Kapitän Luca Mack über weite Strecken der zweiten Spielhälfte in Unterzahl spielen mussten.


Zuvor hatten die Stuttgarter aber eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wieso man im Ländle hinter vorgehaltener Hand bereits Begriffe wie eine goldene Generation in den Mund nimmt. Zu den Aushängeschildern der Schwaben gehören dabei unter anderem die beiden Mittelfeldspieler Per Lockl und Nick Bätzner, die bei der Partie gegen die Borussen mit einigen exzellenten Pässen in die defensiven Schnittstellen des Gegners aufwarten konnten. Eben jene Zielstrebigkeit und Passgenauigkeit ging den Profis beim Bundesligaabsteiger in der abgelaufenen Spielzeit fast komplett ab.

Auch der Angriff der Profimannschaft war zuletzt alles andere als ein Ruhmesblatt. Umso genauer beobachtet man im Schwabenland daher die Entwicklung des erst 18-jährigen Sturmjuwels Leon Dajaku, dem auch beim der Finalniederlage ein Treffer gelungen war. Auf Sicht werden aber wohl ​Lilian Egloff die größten Chancen auf einen Durchbruch bei den Profis eingeräumt. Im zarten Alter von gerade einmal 16 Jahren ist der Spielmacher bereits jetzt eine tragende Säule und strahlt eine Selbstverständilchkeit aus, die in seinem Jahrgang ihres Gleichen sucht.


Da die starken Leistungen Begehrlichkeiten wecken, sind die Kaderplaner des VfB rund um Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat nun extrem gefordert. Dabei hoffen die Anhänger der Stuttgarter, dass die Führungsetage des VfB den Versprechungen, in Zukunft die Durchlässigkeit von eigenen Talenten bis hin zu den Profis zu verbessern, auch Taten folgen lassen wird.


Erschwert wird ein organischer Aufbau der aussichtsreichen Talente ab der kommenden Spielzeit jedoch durch den ​Abstieg der zweiten Mannschaft in die Oberliga. Für Spieler von der Güteklasse eines Egloff, Dajaku und Lockl dürfte die Aussicht auf Begegnungen gegen Mannschaften wie den FSV Bissingen und den FV Ravensburg nicht gerade Begeisterungsstürme auslösen.

Tim Walter

Tim Walter beweist im Umgang mit jungen Talenten ein gutes Händchen



​Um die vermeintlichen Stars von morgen nicht zu vergraulen, dürften den Stuttgartern daher einige Leihen an Klubs aus der dritten Liga und der Regionalliga ins Haus stehen. Die Besten der Besten können sich unter Umständen aber durchaus auch Hoffnungen auf eine Beförderung bis hin zu den Profis machen. Mit ​Tim Walter übernimmt schließlich ab diesem Sommer ein Cheftrainer das Ruder, der seit seiner Zeit als Jugendtrainer beim FC Bayern München als ausgewiesener Fachmann im Schleifen von Rohdiamanten gilt.


Dabei dürfte den Youngstern in diesem Falle der Abstieg der ersten Mannschaft in die Zweitklassigkeit zum Vorteil gereichen, dürfte es dort doch deutlich leichter fallen, jungen Spielern eine Chance zu geben als inmitten des Abstiegskampfes in der Bundesliga. Auch hinsichtlich der ​drohenden ​Trennung von Identifikationsfiguren wie Christian Gentner würde dem Kader eine Auffrischung mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs gut zu Gesicht stehen.